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Donnerstag
13.01.2022

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«Wenn sich dennoch jemand infiziert, können wir sofort den ganzen 500-köpfigen Weltcup-Tross durchtesten», sagt OK-Chef Urs Näpflin. (Bild Wikipedia)

Super-G am Donnerstag, Abfahrtsrennen am Freitag und Samstag und Slalom am Sonntag. Die FIS-Lauberhornrennen in Wengen BE werden dieses Jahr zum Skimarathon. Das freut auch die Sponsoren. 

«Die bleiben uns treu», sagt OK-Chef Urs Näpflin zum Klein Report. Um die Kosten zu decken, brauche es indes auch die Fans. Ein Bericht von André Häfliger.

Die Bilder gingen – mit viel Kritik wegen der Corona-Lage – um die Welt: 12’000 Fans jubelten letztes Wochenende in Adelboden den Skistars zu. Wie früher ganz eng auf eine Tribüne gepfercht. Maskenträgerinnen und Maskenträger waren in der Minderheit. 

Was sagt Urs Näpflin dazu? «Solche Bilder ist man nach zwei Jahren Pandemie grundsätzlich nicht mehr gewohnt. Wir Veranstalter haben eine Bewilligung, die 3G voraussetzt, aber keine Maskenpflicht im Freien.» 

Wengen setze auf eine Maskenempfehlung und auf die Eigenverantwortung der Zuschauer, so Näpflin weiter zum Klein Report. «Bei uns ist die Situation auch anders als in Adelboden, wir haben keine grosse Tribüne im Zielraum, wo die Leute eng zusammenstehen.» Auf der Tribüne im oberen Bereich hätten die Fans Abstand zueinander. Wo dies nicht möglich sei, würden die Leute angegangen, Masken aufzusetzen.

Machen die Zuschauerinnen und Zuschauer das alles mit? Oder werden sie sauer, protestieren sogar? Daran glaubt Urs Näpflin nicht: «Nein, sicher nicht! Wir halten uns strickt an Vorgaben der Bewilligungsbehörden. Drinnen überall Maskenpflicht und auch 2G. Draussen 3G und Maskenempfehlung.»

In Wengen ist alles recht eng. Im Zug vor allem auch. Es sei die Pflicht der Veranstalter, für die Gesundheit von allen zu sorgen. Näpflin: «Am wichtigsten sind die Athleten, deshalb müssen wir sie sehr gut schützen. In den Hotels wurden alle Angestellten nochmals durchgetestet. Wenn sich dennoch jemand infiziert, können wir sofort den ganzen 500-köpfigen Weltcup-Tross durchtesten. Am Berg schauen wir, dass es keine Durchmischung gibt. Kein Tourist darf mit einem Rennfahrer auf dem Sessel sitzen.»

Was ist, wenn jetzt doch noch eine kurzfristige Absage käme? «Dann kommt der Schutzschirm für Grossveranstaltungen. Deshalb wäre es für uns nicht existenzbedrohend. Aber wir müssten für einen Selbstbehalt von zehn Prozent aufkommen. Das würde bei unserem Budget von fünf Millionen Franken also eine halbe Million Franken ausmachen. Das täte schon weh!»