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Montag
06.04.2020

Medien / Publizistik

Geschäftsführer Christian Puricelli: «Im Gegenzug beteiligen wir uns mit 50 Prozent an den Online-Einnahmen.»

Die Software von Local Point verwandelt das PDF von Print-Zeitungen automatisch in Websites und Apps. Am Freitag startete das kleine Tessiner Unternehmen eine «Unterstützungskampagne» für Lokalzeitungen.

Manche der regionalen und lokalen Zeitungen haben nur eine Visitenkarten-Website, wo keine oder nur vereinzelt Artikel publiziert werden. An diese Kleinverlage richtet sich die Corona-Offerte von Local Point.

Zeitungen mit einer Auflage zwischen 3'000 und 30'000 und mindestens einer Ausgabe pro Woche sollen «mit insgesamt 1'000'000 Franken bei der Digitalisierung unterstützt werden», wie Christian Puricelli, Mitgründer und Geschäftsführer, gegenüber dem Klein Report sagte.

Das tönt wie Weihnachten und Geburtstag auf einmal. Auf die Details des Deals angesprochen, führte Puricelli aus: «Für 900'000 Franken erlassen wir die Kosten der Software für Implementierung, Lizenz- und Prozessierungskosten. Für 100'000 Franken geben wir Marketingzuschüsse zur Bewerbung der Websites und Apps, die wir für die Verlage erstellen. Im Gegenzug beteiligen wir uns mit 50 Prozent an den von uns generierten Mehreinnahmen», wobei darunter sowohl Onlinewerbung wie auch Onlineabos fallen. Eine einzelne Zeitung komme in den Genuss von maximal 50'000 Franken.

Finanziert werde die Aktion von Local Point, dessen Mutterkonzern BlitzAtelier und von «privaten Investoren». Letzteres seien «Kontakte aus unserem Netzwerk, die meisten Unternehmer im Digitalbereich», wie Christian Puricelli weiter sagte.

Zu den Kunden des Software-Unternehmens zählten bisher unter anderem die «Basler Zeitung», «Berner Zeitung», «Anzeiger von Saanen», «La Gruyère», «Neue Fricktaler Zeitung», «Zürich Unterländer» oder die «Zürichsee-Zeitung».

«Der Hauptteil der Software ist in Python geschrieben», erklärte der Geschäftsführer die technischen Details. «Neural Network Machine Learning-Algorithmen sind im Python implementiert worden, um die Daten aus dem PDF zu extrahieren und zu klassifizieren. Dies ist sehr komplex, da viele Zeitungen unterschiedliche Layouts haben.» 

Das in der Nähe von Lugano domizilierte Software-Bude beschäftigt acht Entwickler, stationiert in unterschiedlichen Ländern. «Bei uns arbeitet das ganze Team remote im Homeoffice, auch in Nicht-Corona-Zeiten.»