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Dienstag
13.10.2020

Marketing / PR

Das zweifelhafte Gütesiegel «Verpackt durch Menschen mit Behinderung» soll bei Coop bald Vergangenheit sein.

«Wir haben veranlasst, dass der Text bei kommenden Chargen angepasst wird», erklärt eine Coop-Sprecherin gegenüber der «SonntagsZeitung», nachdem unter anderen der Klein Report auf den massiven Fauxpas des Schweizer Detailhandelskonzerns aufmerksam gemacht hatte.

Wie dieser Text neu lautet, werde gegenwärtig unter Einbezug der Stiftung Brändi besprochen, die in Sursee für Coop Fleischhaken, Schrauben, Nägel und ähnliche Produkte abpackt.

Das Ende für den Verpackungshinweis «Verpackt durch Menschen mit Behinderung» wird für die Community von Menschen mit Behinderung eine Genugtuung, hatte sie sich doch sehr darüber empört.

«Welcher Sturm der Entrüstung würde wohl durchs Land wehen, wenn es heissen würde: 'Eingepackt von Menschen mit schwarzer Hautfarbe' oder 'Eingepackt von alleinerziehenden Müttern'?», schrieb etwa der Wiener Verein BIZEPS – Zentrum für Selbstbestimmtes Leben auf seiner Website in seiner Internetpranger-Rubrik «Bild der Woche» und löste damit eine internationale Diskussion aus, an der sich selbst die bekannte deutsche Fernsehlotterie Aktion Mensch beteiligte.

Auf Twitter gab es Kommentare wie: «Wäre Inklusion Realität, würde niemand auf die Idee kommen, ein Produkt mit diesem Hinweis zu bekleben!» Und eine Userin kam zum Schluss: «Typischer Fall von 'Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht‘.»