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Montag
30.08.2021

Digital

Die chinesische Mauer wurde in der Ming-Dynastie vor mehr als 500 Jahren gebaut. Sie ist heute aktueller den je...

Es ist ein Cyber-War der juristischen Art: Chinas Regierung will die Zügel für Technologieunternehmen offenbar weiter anziehen.

Insidern zufolge sollen chinesische Unternehmen, die über grosse Mengen sensibler Nutzerdaten verfügen, künftig in den USA nicht mehr an die Börse gehen dürfen. Das wird vor allem Tech-Konzerne treffen.

Die neuen Spielregeln hat das «Wall Street Journal» am Freitag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen publik gemacht. Ein solcher Schritt hatte sich allerdings schon abgezeichnet. So hatte Chinas Regierung im Juli eine deutlich schärfere Kontrolle von im Ausland an der Börse gehandelten chinesischen Unternehmen angekündigt. In den Regeln geht es laut einem der Zeitung vorliegenden Dokument um «Datensicherheit, grenzüberschreitenden Datenfluss und die Verwaltung vertraulicher Informationen». Zudem wurde bekannt, dass künftige Börsengänge eigens genehmigt werden müssten.

Experten befürchten, dass auch die bisher von der Regierung geförderten Tech-Giganten wie der Amazon-Konkurrent Alibaba, der Suchmaschinenbetreiber Baidu oder der Gaming- und Zahlungsdienstleister Tencent wegen ihrer grossen Datenschätze und ihrer Börsennotierung im Ausland ins Visier der Cyber-Aufsicht geraten dürften.

Der Uber-Konkurrent Didi musste das bereits erfahren. Der Fahrdienstleister war vergangene Woche in New York an die Börse gegangen, obwohl ihm die chinesischen Behörden nach Presseberichten eine Verschiebung nahegelegt hatten. Kurz nach der erfolgreichen Erstnotierung starteten die Machthaber Ermittlungen wegen Verstössen beim Umgang mit gesammelten Daten, woraufhin der Aktienkurs massiv einbrach.

Die Zahl der in den USA gelisteten Unternehmen ist ungeachtet der politischen Spannungen zwischen Washington und Peking in den vergangenen sieben Monaten kräftig gestiegen. Chinesische Firmen hätten in der ersten Jahreshälfte einen Anteil von einem Drittel der weltweit bei Börsengängen erzielten Erlöse eingesammelt – mehr als Konzerne aus jedem anderen Land, berichtet die Hongkonger Zeitung «South China Morning Post». Rund 250 chinesische Unternehmen sind derzeit in den USA gelistet.