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Freitag
1.12.2017

TV / Radio

Urs Gredig setzt auf «vertiefte Recherchen»

CNN Money Switzerland will Geschichten aus der Wirtschaftswelt in der Tiefe vermitteln - und das in englischer Sprache. Trotz diesem spezifischen Profil macht sich im Medienpark in Altstetten niemand Sorgen über tiefe Einschaltquoten. Im Gegenteil: «Wir bringen der Schweiz eine neue Stimme», glaubt CEO Christophe Rasch.

Die Schweiz ist klein, viersprachig und durch einen unsichtbaren kulturellen Graben namens Rösti getrennt: Was auf den ersten Blick auf einen schwierigen Markt für Medien deutet, sieht Christophe Rasch als Chance für den neuen Wirtschaftskanal.

«Es gibt in der Schweiz keine nationalen Medien, welche die gesamte, fragmentierte Audience des Landes ansprechen», sagte er an der Medienkonferenz vom Mittwoch. Durch die verständliche Aufarbeitung von Wirtschaftsthemen, «die alle betreffen», und deren Vermittlung in sprachneutralem Englisch, könne ein riesiges Publikum erreicht werden.

Denn: «In der Schweiz reden etwa 2,5 Millionen Menschen jeden Tag bei der Arbeit Englisch. Eine Sprachbarriere ist das nicht», so Rasch. Zudem informiere sich ein Grossteil der Schweizerinnen und Schweizer bereits seit Jahren über Kanäle wie Facebook auf Englisch.

Eingeschränkt werde das potenzielle Publikum von CNN Money aber natürlich durch die spezifische thematische Ausrichtung des Kanals auf die Bereiche Wirtschaft und Finanzen. Es sei deshalb wichtig, genau diese wirtschaftsaffine Audience zu erreichen. Im TV soll dies laut Rasch durch die Qualität der Programme geschehen, im Online-Bereich durch die Bespielung der themenspezifischen Segmente wie Lifestyle oder Sport mit hochwertigem Content.

Trotzdem will sich Chefredaktor Urs Gredig nicht auf dieses spezifische Publikum beschränken. So sei es ihm wichtig, auch Personen anzusprechen, «die sich sonst nicht sonderlich für Wirtschaftsthemen interessieren», sagte er gegenüber dem Klein Report. Dies solle durch die verständliche Aufarbeitung komplexer Sachverhalte erreicht werden.

Dazu gehöre auch, nicht nur Geschichten zu produzieren, welche die Reichen, Schönen und Mächtigen des Landes betreffen. «Obwohl wir auch Themen aus den Bereichen Sport, Lifestlye und Kultur aufnehmen, wollen wir kein Luxussender sein», so Gredig. Zudem behandle man auch politische Themen, die jeden Bürger betreffen würden - «egal ob reich oder arm», sagte der ehemalige SRF-Moderator weiter.

Nach dem Content des Kanals gefragt, antwortete er, dass man bei CNN Money «keinen Breaking-News hinterherjagen» werde. «Der klassische Sender CNN mit dem roten Schriftzug macht News, wir bei CNN Money setzten mehr auf vertiefte Recherchen, die zeigen, was eine News bedeutet und was sie momentan und in der Zukunft für Auswirkungen auf die Schweiz haben könnte», erklärte Gredig, «Qualität kommt vor Quantität - Klicks stehen bei uns nicht an erster Stelle.»

Beim TV-Sender CNN Money Switzerland werden ab dem 24. Januar von Montag bis Freitag jeweils drei Stunden Liveprogramm ausgestrahlt. Dieses Programm mit dem Namen «Swiss Pulse» besteht aus News zu Finanzmärkten, Recherchen und Interviews zu aktuellen Themen sowie «ausführliche Gespräche mit bekannten Persönlichkeiten», wie der Wirtschaftskanal auf der Medienkonferenz mitteilte.

In der restlichen Zeit und an den Wochenenden werden vorproduzierte Beiträge zu «ausgewählten Themen, Wiederholungen und Sendungen aus dem Programm von CNN International ausgestrahlt» - darunter auch berühmten CNN-Shows wie «Quest Means Business» oder «Maggie Lake».