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Mittwoch
20.03.2019

Medien / Publizistik

Höhere Preise als Mittel gegen Zeitungssterben

Nach der Schliessung seiner letzten Sonntagszeitung «Zentralschweiz am Sonntag» und dem E-Paper der «Ostschweiz am Sonntag» sucht CH Media einen Weg aus der Negativspirale. So soll die «Schweiz am Wochenende» als reichweitenstarker Wochenend-Titel mit lokaler Prägung etabliert werden.

Ausserdem findet beim Verlag eine Art Umdenken statt: Aufgrund des anhaltenden Inserate-Schwunds werde sich CH Media künftig stärker auf Einnahmen aus dem Lesermarkt konzentrieren, sagte Rahel Bösch, Mitarbeitende Unternehmenskommunikation CH Media, gegenüber dem Klein Report.

Wie werden die Abonnenten der «Zentralschweiz am Sonntag» (ZaS) für den Wegfall der Zeitung entschädigt? Erhalten Sie ab Juli ihr Geld zurück?
Rahel Bösch: «Bei der Mehrheit der Abonnenten wird das bestehende Abo der Werktagsausgaben um die Anzahl nicht gelieferter ZaS-Ausgaben verlängert.»

Die «Schweiz am Wochenende» soll die wegfallenden Titel ersetzen: Können Sie erklären, wie genau die Umstellung funktioniert?
Bösch
: «Die letzte Ausgabe der ´Zentralschweiz am Sonntag` erfolgt am 30. Juni 2019. Ab dem 6. Juli 2019 erhalten die Abonnenten der ´Zentralschweiz am Sonntag`, der ´Luzerner Zeitung` und ihrer Regionalausgaben sowie die Abonnenten des ´St. Galler Tagblatts` und seiner Regionalausgaben automatisch die regionalisierte ´Schweiz am Wochenende`.»

Welche Redaktionen sind bei CH Media für die lokale Prägung der «Schweiz am Wochenende» zuständig?
Bösch: «Alle lokalen und regionalen Redaktionen der Ost- und Zentralschweiz sowie die lokalen Sport-, Wirtschafts- und Kulturredaktionen sind für die lokale Prägung verantwortlich.»

Das «St. Galler Tagblatt» und die «Luzerner Zeitung» erscheinen ebenfalls am Samstag: Wie werden Überschneidungen der Titel mit der «Schweiz am Wochenende» verhindert?
Bösch: «Die Samstagsausgaben der ´Luzerner Zeitung` sowie des ´St. Galler Tagblatts` und ihrer Regionalausgaben werden ab Juli in die ´Schweiz am Wochenende` integriert. Es gibt also nicht zwei Zeitungen am Samstag, sondern eine, die dafür deutlich ausgebaut ist. Die Leserinnen und Leser erhalten damit mehr Inhalt in den ersten beiden Bünden. Neu hinzu kommt ein dritter Bund, der sich ganz den schönen Dingen des Lebens widmet.»

CH Media «schliesst nicht aus», dass die Abonnementspreise auch in Zukunft steigen werden. Sind bei allen Titeln Preiserhöhungen geplant? In welchem Umfang?
Bösch: «Ja, es wird bei allen Print-Titeln zu Preiserhöhungen kommen. Die exakten Preiserhöhungen werden wir unseren Abonnenten zu gegebener Zeit kommunizieren. Bei den Digital- und Webabonnements bleiben die Preise zurzeit unverändert.»

Die Zeitungen sollen sich künftig stärker auf die Erträge aus dem Lesermarkt stützen können. Welches prozentuale Verhältnis zwischen Werbe- und Lesereinnahmen wird angestrebt?
Bösch: «Die Zeitungen sind heute schon stärker aus dem Lesermarkt finanziert als aus dem Werbemarkt. Wir gehen davon aus, dass sich dieses Verhältnis noch akzentuieren wird.»