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Montag
01.04.2019

Vermarktung

CEO Christian Vaglio-Giors will mit Tamedia wachsen

Zeit für eine Zwischenbilanz: Seit einem Jahr gehört Neo Advertising nun zum Zürcher Medienkonzern Tamedia. Christian Vaglio-Giors, CEO des Genfer Unternehmens für Aussenwerbung, erklärt im Gespräch mit dem Klein Report, wie die beiden Firmen gemeinsam die Nummer eins werden wollen.

Wo steht Neo Advertising heute? Sind Sie Ihrer Ansicht nach auf dem richtigen Weg?
Christian Vaglio-Giors: «Ja, das sind wir. Der Weg gleicht aber eher einer Autobahn. Wir haben ja einen langfristigen Plan, nämlich die Marktführerschaft zu übernehmen. Wie Sie wissen, gibt es einen starken Marktführer, der schon seit über 100 Jahren operativ tätig ist. Es wird also Zeit brauchen, bis wir unser Ziel erreichen.»

Sie sprechen von Marktführerschaft: Müssen Sie andere Firmen übernehmen, um mit Neo Advertising dieses Ziel erreichen zu können?
Vaglio-Giors: «Wenn wir genug Zeit haben, wird das nicht nötig sein. Es gibt immer Möglichkeiten für ein organisches Wachstum. Natürlich könnten Zukäufe ein schnellerer Weg sein, um zum Ziel zu kommen. Aber es gibt auf dem Markt aktuell nicht viele Opportunitäten.»

Hier spricht der Banker. Sie haben ja einige Jahre im Investmentbanking gearbeitet…
Vaglio-Giors: (lacht) «In der Vergangenheit ja, aber jetzt nicht mehr. Mittlerweile bin ich ein richtiger ´Outdoor Man` geworden.»

Wie hat sich Neo Advertising entwickelt seit der Tamedia-Übernahme?
Vaglio-Giors: «Mit Tamedia und der guten Zusammenarbeit mit den verschiedenen Teams entwickeln wir unsere Aktivitäten weiter. Tamedia unterstützt uns finanziell oder auch bezogen auf Ressourcen wie Daten, Personal, Informationen oder Zugang zu ihren Verkaufseinheiten.»

Haben Sie Beispiele aus dem Sales-Bereich?
Vaglio-Giors: «Es gibt einige Cases, die wir entwickelt haben und die Outdoor-Einheiten von Neo Advertising mit dem Publishing von Tamedia zusammengebracht haben. Speziell im lokalen Markt sehen wir hier grosses Wachstumspotenzial, indem wir die Verkaufseinheiten von Tamedia nutzen. Das funktioniert sehr gut.»

Können Sie das an einem Kundenbeispiel aufzeigen?
Vaglio-Giors: «Es gibt ein sehr gutes Beispiel in Winterthur, wo wir die öffentliche Konzession gewonnen haben. Wir sind exklusiver Partner der Stadt Winterthur, haben aber vor Ort keine Verkaufseinheit. Unser Büro in Zürich kümmert sich vornehmlich um nationale Accounts. Doch dank dem ´Landboten` hat Tamedia in Winterthur eine sehr starke Verkaufseinheit, die Zeitungswerbung verkauft.»

Was genau hat das «Landbote»-Verkaufsteam für Neo Advertising gemacht?
Vaglio-Giors: «Wir haben mit Tamedia ein Produkt entwickelt, das auf den lokalen Markt abzielt: Autogaragen, Schulen und weitere Werbetreibende, die sich an ein sehr spezifisches Publikum in der Umgebung richten. Beim Produkt werden Outdoor und Presse kombiniert. Die ´Landbote`-Verkaufseinheit bietet den Kunden vor Ort an, das Kombi-Produkt zu nutzen, welches im Laufe des vergangenen Jahres startete. Diesen Case möchten wir ausserhalb von Winterthur wiederholen und ausbauen.»

Sie haben hier Presse und Outdoor kombiniert. Kommen noch weitere Mediengattungen dazu?
Vaglio-Giors: «Wir gehen demnächst einen Schritt weiter, indem wir mit Tamedia die ersten Crossmedia-Produkte mit Presse, Mobile, Digital, TV und Outdoor entwickeln. Das ist noch sehr frisch. Es ist eine Herausforderung, so ein Crossmedia-Produkt zu etablieren. Aber wir sind optimistisch.»

Es bleibt ein weiter Weg bis zu der von Ihnen angestrebten Marktführerschaft. Wie sieht Ihre Prognose für das laufende Jahr aus?
Vaglio-Giors: «Der Markt scheint etwas schwierig im ersten Quartal, aber das kann hin und wieder vorkommen. Wir erwarten ein weiteres Jahr mit zweistelligem Wachstum für Neo Advertising. Es ist eine gute Zeit für Outdoor: Out of Home bietet alle Stärken eines klassischen, vertrauenswürdigen Mediums. Gleichzeitig sind alle digitalen, interaktiven neuen Features möglich. Am Ende erwarten unsere Kunden einen Return on Investment. Outdoor hat bewiesen, sehr effektiv und vertrauenswürdig zu sein.»