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Mittwoch
26.02.2020

Medien / Publizistik

Man stelle sich vor, das Wirtschafts-Ressort der NZZ würde von der UBS gesponsert oder das Zürich-Ressort des «Tages-Anzeigers» von den VBZ. In diese Richtung geht blick.ch mit dem Ressort «Green»: Dieses wird nämlich vom Energieunternehmen BKW «präsentiert».

Das Ressort «Green» wird bei blick.ch ganz oben am Bildschirm geführt neben Rubriken wie «News», «Sport» oder «Leben». Über den Texten, die in diesem Bereich gebündelt werden, prangt ein grüner Werbebanner: «Präsentiert von BKW» steht darauf.

Bei «Green» finden sich vielfältige Beiträge, die in einem Zusammenhang mit den Themen Umwelt oder Nachhaltigkeit stehen. Die Überschriften reichen von «Windparks blicken auf Rekordjahr zurück» bis zu «Schicke Unterwäsche aus Industrieabfall».

Die Inhalte passen wie massgeschneidert auf Werbekunden, die sich einen grünen Anstrich verpassen wollen: Und prompt wurde am Montag auch ein Text publiziert, der «in Kooperation mit BKW» entstanden ist. Das Interview mit SP-Fraktionschef Roger Nordmann wird unten transparent als bezahlter Inhalt deklariert.

Blick «Green» hat bei Ringier unterdessen eine eigene Leiterin: Für die redaktionellen Inhalte ist Barbara Ehrensperger zuständig. Und seit diesem Jahr wurde «Green» mit einem Magazin, das dem «SonntagsBlick» beigelegt wird, auch noch auf Print ausgeweitet, erklärte Alina Bolz, Junior Communications Specialist bei Ringier, auf Nachfrage des Klein Reports.

Auf den ersten Blick nicht eindeutig erkennbar ist, ob «Green» eher aus publizistischen oder aus werbetechnischen Überlegungen vorangetrieben wird.

Die redaktionellen Inhalte unter der Verantwortung von Barbara Ehrensperger würden jedenfalls nach «rein journalistischen Gesichtspunkten und mit redaktioneller Freiheit» verfasst, sagte Alina Bolz gegenüber dem Klein Report.

Und Bolz ergänzte: «Auch für die Kunden des Ringier Brand Studios – das innerhalb der Blick-Gruppe Werbeformate für Kunden entwickelt – bietet ´Green` ein hervorragendes Umfeld, um sich zu positionieren.» Solche Inhalte würden aber getrennt von der Redaktion erstellt.