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Montag
03.06.2019

Kino

Mertens und Marti: «Zu Unrecht vergessen»

Bildrausch widmet zwei Pionieren des Jungen Schweizer Films eine Hommage: Von Reni Mertens und Walter Marti werden dieses Jahr am Basler Filmfestival die wichtigsten filmischen Stationen gezeigt.

Ab der Gründung ihrer gemeinsamen Firma Teleproduction im Jahre 1953 realisierten das Autorenpaar Mertens und Marti über vier Jahrzehnte hinweg um die zwanzig Dokumentarfilme. 1962 waren sie bei der Gründung des Verbands der Schweizer Filmgestalter mit dabei, dem heutigen Verband Filmregie und Drehbuch Schweiz.

«20 Jahre nach dem Tod von Reni Martens und Walter Marti holt Bildrausch ein radikales und unangepasstes, ein klarsichtiges, poetisches und zutiefst humanistisches Werk zurück auf die Leinwand, das zu Unrecht in Vergessenheit geriet», sagten die Veranstalter zu ihrem Programmentscheid. 

Zu sehen sein wird unter anderem das Langfilmdebüt «Ursula oder das unwerte Leben»  von 1966 und das letzte Werk, «Requiem» von 1993.

Die 1918 geborene Reni Mertens studierte in Genf und Zürich Romanistik, gründete einen Debattierklub, dem auch Georg Lukács oder Bertolt Brecht angehörten. Sie arbeitete für das Schweizer Radio und das Schweizer Fernsehen, untertitelte Filme und übersetzte Max Frisch ins Italienische. 

Walter Marti, geboren fünf Jahre nach Mertens, studierte in Zürich Romanistik und Kunstgeschichte. Er war als Journalist und Übersetzer tätig, seine Arbeit für den Film begann Marti als Statist, als Werbetexter und Verfasser von Untertiteln. Beim Schweizer Fernsehen leitete er für kurze Zeit die Filmabteilung.