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Montag
22.06.2020

Medien / Publizistik

Ohne Veranstaltungen kein Veranstaltungskalender und damit auch keine Werbung. Nach 43 Jahren stellt das Stadtmagazin «Zitty» in Berlin seine Print-Ausgabe ein.

Betriebsbedingte Kündigungen der 58 festangestellten Beschäftigten sind nicht geplant im Verlag, der auch noch das grösste deutsche Stadtmagazin «Tip» herausgibt. Hingegen will man auf einige freie Mitarbeiter verzichten, ist von Robert Rischke, Geschäftsführer der GCM Go City Media GmbH, zu hören.

«Zitty» ist das erste Opfer von Corona in der Berliner Medienlandschaft. Der Zusammenbruch des Kulturbetriebs, der Einbruch des Anzeigengeschäftes und das Desinteresse der Leser an einem gedruckten Veranstaltungskalender ohne Veranstaltungen haben der Illustrierten die Existenzgrundlage entzogen.

Statt einer letzten Ausgabe soll im Juli eine gemeinsame «Zitty-Tip»-Abschlussausgabe entstehen. Ab September wird nur noch die «Tip» alle 14 Tage erscheinen und einige Kolumnen und Rubriken aus der «Zitty» übernehmen.

Dass ein Antrag auf Soforthilfe abgelehnt wurde, ist für die Szene «erklärungsbedürftig».

«Zitty» wurde 1977 als alternative Publikation von jungen und politisch interessierten Blattmachern als selbstverwalteter Betrieb gegründet. Zu den bekannten Rubriken gehörten die Kontaktanzeigen sowie die Satire-Seiten «Berliner Verallgemeinerte».

Nach einer Übernahme 1999 zuerst durch die Verlagsgruppe Holtzbrinck und einem Übergang 2014 zum Raufeld Verlag, der bereits das Stadtmagazin «Tip» herausgab, ging die Auflage für «Zitty» kontinuierlich zurück. Zuletzt waren es noch 14‘000 Exemplare.