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Mittwoch
07.08.2019

Digital

Cloudfare-CEO Prince: «8chan ist widerlich»

Kurz vor dem Attentat in El Paso, bei dem am Samstag 22 Menschen ihr Leben verloren haben, hat der mutmassliche Schütze seine Tat auf dem Onlineportal «8chan» angekündigt. Nun hat der IT-Sicherheitsdienst Cloudfare seine Zusammenarbeit mit dem Portal gekündigt, weil es mittlerweile eine «Senkgrube aus Hass» geworden sei.

Bei der Schiesserei in El Paso soll es sich nämlich nicht um das erste Verbrechen handeln, das auf «8chan» angekündigt wurde. «Der Schütze von El Paso bezog sich ausdrücklich auf das Attentat in Christchurch», schreibt Matthew Prince, Mitgründer und CEO von Cloudfare in einer Stellungnahme vom Montag. Auch in der Tragödie um die kalifornische Poway-Synagoge vom 27. April hatte der mutmassliche Mörder einen mit Hass erfüllten «offenen Brief» auf «8chan» veröffentlicht.

Das Portal habe sich zu einer «Senkgrube aus Hass» entwickelt, so Prince in seiner Mitteilung, in der er bekannt gibt, die Zusammenarbeit mit «8chan» zu kündigen. Cloudfare ziehe bei Plattformen, die gezeigt hätten, dass sie solche Ereignisse provozieren, eine rote Linie. «'8chan' hat diese Linie überschritten. Die Nutzung unserer Dienste ist daher nicht mehr gestattet», so der CEO.

Dass «8chan» mit diesem Entscheid komplett vom Netz gehen werde, glaubt der Geschäftsführer indes nicht. Vor zwei Jahren hätte Cloudfare mit der Website «Daily Stormer» dieselben Probleme gehabt. Man hätte damals die Entscheidung getroffen, die «widerliche Seite» nicht mehr zu unterstützen.

Daily Stormer ging danach mit einem Cloudfare-Konkurrenten schnell wieder online. «Der 'Daily Stormer' ist immer noch erhältlich und immer noch ekelhaft», schreibt Prince dazu.