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Mittwoch
29.07.2020

Medien / Publizistik

Wegen einer mangelhaften Offenlegung von Deals von Spitzenleuten beim Unternehmen Asmallworld AG hat die SIX Exchange Regulation (SER) eine Busse von 20‘000 Franken ausgesprochen.

Die Transaktionen gehen auf Patrick Liotard-Vogt zurück. Dieser war bis zur GV vom 17. April 2020 noch Verwaltungsratspräsident und hat offenbar vergessen, dass er als Präsident des Unternehmens jeden getätigten Kauf oder Verkauf eigener Titel sofort melden soll.

So wurden die Management-Transaktionen in mindestens zwei Fällen für die Börse zu spät gemeldet, was die SER als «grobfahrlässig» einstuft.

Eigentlich waren ja die eher Grossen dieser Welt das Zielpublikum von Asmallworld. Inzwischen ist die Aura ein bisschen bescheidener geworden rund um die Plattform, die sich unter Insidern als «Facebook für reiche Kids» herumsprechen sollte. Der Nestlé-Erbe Patrick Liotard-Vogt hat den virtuellen Szenetreff 2009 Harvey Weinstein abgekauft. 2018 ist er damit an die Börse gegangen. Von 12 Franken beim Börsendebüt ist die Aktie inzwischen auf knapp 2 Franken angelangt.

Kleiner Trost: Gegen Asmallworld AG ist seit dem Listing keine Sanktion verhängt worden und in der Zwischenzeit wurden seitens der Gesellschaft unter dem neuen VR-Präsidenten Michael Manz Massnahmen getroffen, um Verfehlungen in Zukunft vermeiden zu können.  

Infolge der Einsicht in die Verfehlungen und aufgrund der hohen Kooperationsbereitschaft nach den eingetretenen Verletzungen wurde das Verhalten von Asmallworld strafmindernd berücksichtigt.

Die Busse bleibt also klein angesichts der grossen Pläne von Patrick Liotard-Vogt mit seiner Asmallworld, denn das soziale Netzwerk meldet inzwischen mit 1,3 Millionen Franken Reingewinn im letzten Jahr auch schwarze Zahlen.