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Freitag
11.07.2014

Medien / Publizistik

Artur K. Vogel schreibt einen Roman

«Bund»-Chefredaktor Artur K. Vogel (61) gibt seinen Posten Ende 2014 ab. Er möchte sich nach acht Jahren als Chefredaktor wieder vermehrt dem Schreiben, seiner Tätigkeit als Autor von Büchern sowie dem Reisejournalismus widmen, teilte Espace Media mit.

«Es sind bereits zwei Romane im Entstehen», verriet Vogel dem Klein Report. Der Journalist würde gerne einen davon im Frühling 2015 publizieren. Genaue Pläne nach seinem Abgang aus dem Medienkonzern Tamedia hat er aber noch nicht: «Ob ich mich ganz, teilweise oder überhaupt nicht selbstständig machen werde, ist noch offen. Ich habe ein halbes Jahr Zeit, diese Entscheidung zu treffen.»

Vogel habe «einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Kooperation von `Bund` und `Tages-Anzeiger` innerhalb der Mediengruppe Tamedia» geleistet, heisst es bei der Tochter Espace Media. Er sei zudem für die Etablierung des «Bundes» als zweite Stimme im Wettbewerb mit der «BZ Berner Zeitung» zuständig gewesen und habe zur Fortführung des Berner Modells mit zwei unabhängigen Tageszeitungen beigetragen. Ein Nachfolger für ihn beim «Bund» stehe noch nicht fest.

Er habe sich nicht entschieden, Tamedia zu verlassen, sondern nicht mehr in einer Führungsfunktion tätig zu sein, betonte Vogel gegenüber dem Klein Report am Donnerstag. «Ich bin Journalist geworden, weil ich gern reise, gern recherchiere und leidenschaftlich gern schreibe. Während acht Jahren habe ich mir die Zeit dafür irgendwo stehlen müssen; jetzt will ich wieder die notwendigen Freiräume haben.»

Artur K. Vogel begann seine journalistische Laufbahn während des Studiums als freier Mitarbeiter für die «Luzerner Neuesten Nachrichten». Später arbeitete der Journalist für das Nachrichtenmagazin «Facts», die «Weltwoche», das damalige Schweizer Radio DRS, die «Aargauer Zeitung» und war 20 Jahre lang in verschiedenen Funktionen für den «Tages-Anzeiger» tätig.

Während der letzten acht Jahre als Chefredaktor des «Bundes» habe sich die Tageszeitung inhaltlich verändert, so Vogel. «Politisch habe ich versucht, den `Bund` wieder auf seinen im Untertitel erhobenen Anspruch zu behaften, eine `unabhängige liberale Tageszeitung` zu sein. Die einst allzu grosse Nähe einiger Ressorts zu den in Bern herrschenden Kreisen ist wieder einer professionellen Distanz gewichen.

Die Zeitung sei zwar wegen des Rückgangs der Anzeigen dünner geworden, gleichzeitig habe sich das publizistische Angebot massiv verbreitert, da der «Bund» heute auf die Ressourcen des «Tages-Anzeigers» und teilweise der «Süddeutschen Zeitung» zurückgreifen könne, fasste Vogel die Entwicklungen zusammen.