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Mittwoch
06.11.2019

Werbung

Erste «Beem»-Kampagne gross inszeniert...

Die Lancierung der neuen «Beem»-Werbetechnik der Swisscom wurde im ersten Anlauf durch diverse Negativreaktionen jäh ausgebremst. Nun kommt «Beem» erstmals bei «20 Minuten» zum Einsatz. Insgesamt 206 Verteilboxen der Pendlerzeitung wurden für die interaktive Werbeform mit schwarzen Signal-Kästchen ausgerüstet.

Wer künftig an einer Zeitungsbox in Zürich, Winterthur, Bern, Basel, St. Gallen oder Luzern vorbeigeht, erhält direkt auf seinem Handy einen weiterführenden Hinweis – das kann grundsätzlich jede Form von Werbung, Videos oder ein Wettbewerb sein.

Aus Sicht von «20 Minuten» hat die neue Werbetechnik allerdings einen Haken: Nur Nutzer der App, die «Beem» explizit aktiviert haben, dürfen auf diesem Weg angesprochen werden. Denn «Beem» will auf Bluetooth, den Standort und auch das Handy-Mikrofon zugreifen.

Um die Erlaubnis seiner Nutzer einzuholen, lanciert «20 Minuten» nun vom 5. November bis zum 6. Dezember täglich einen Wettbewerb. Nur wer «Beem» aktiviert und in den Datenzugriff einwilligt, kann daran teilnehmen und erhält damit die Chance auf ein neues Handy.

Die Aktivierung der «Beem»-Funktion in der «20 Minuten»-App könne «jederzeit wieder deaktiviert werden», heisst es. Natürlich hoffen Tamedia und Swisscom, dass Nutzerinnen und Nutzer von dieser Möglichkeit nicht Gebrauch machen.

Tamedia und «20 Minuten» geben sich ganz offensichtlich alle Mühe, die neue Werbetechnologie mit Hochdruck voranzutreiben: «Spezielle Werbekleber an den 20-Minuten-Boxen weisen auf den interaktiven Wettbewerb hin. Zudem wird er im redaktionellen Teil von `20 Minuten´ angekündigt und mittels Printanzeigen und Online- und Mobile-Werbemitteln während des gesamten Kampagnenzeitraums beworben», wurde am Dienstag mitgeteilt.

Unterstützt werde die Aktion auch noch durch eine Content-Creator-Kampagne in Zusammenarbeit mit der Influencer-Plattform Picstars, an der Tamedia selber beteiligt ist.

Der ganze Aufwand dient der Rehabilitierung der «Beem»-Werbetechnik, die im Vorfeld der Lancierung bei Konsumenten, Datenschützern und sogar Tierschützern auf grossen Widerstand gestossen war.

Die Swisscom sah sich danach gezwungen, vor dem Start bessere Aufklärungsarbeit zu leisten. Auf die umstrittene Aussendung von Audio-Signalen im Hochfrequenzbereich, die bereits im Frühling hätte starten sollen, wurde verzichtet, um die Einschätzungen des Bundesamts für Umwelt abzuwarten.