Der frühere Präsident der Konzernleitung der Swisscom, Jens Alder (52), leitet ab dem kommenden Jahr als Teilzeitmandat einen neuen Steuerungsausschuss einer Task Force Informatik des Eidg. Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). VBS-Chef Ueli Maurer habe die Task Force «mit dem Ziel eingesetzt, die Führbarkeit und die Leistungsfähigkeit der Informatik im VBS in den kommenden drei bis fünf Jahren wiederherzustellen, beziehungsweise wesentlich zu verbessern», teilte das Departement am Montag mit. Mit Alder wollte das VBS eine Persönlichkeit verpflichten, «die Erfahrung in der Restrukturierung von komplexen Organisationen hat».
Laut VBS-Mitteilung hat Bundesrat Ueli Maurer in einem Bericht «Herausforderungen der Armee» im April dieses Jahres auf ungenügende Managementkapazität sowie fehlendes Know-how und Personal hingewiesen und die Situation im Informatikbereich als ausserordentlich komplex bezeichnet. Die Problematik werde verschärft durch «unklare Verantwortlichkeiten, teilweise fehlende oder nicht befolgte Steuerungsgrundsätze und kaum koordinierte Beschaffungsabläufe». Die Folgen davon seien Kosten- und Terminüberschreitungen, überforderte Leistungsbereiche und nicht erfüllte Kundenbedürfnisse.
Leiter der neuen Task Force Informatik VBS ist William Angst. Er nimmt die Arbeit bereits am 1. November auf. William Angst (57) ist Doktor der Chemie ETH. Als Major kommandierte er eine Panzerhaubitzen-Abteilung. Er hat internationale Führungserfahrung in verschiedenen Branchen als Geschäftsleiter, als Verwaltungsrat und als Leiter von komplexen Projekten.
Die Task Force hat den Auftrag, Vorschläge für die effiziente Organisation und Führung der Informatik VBS zu erarbeiten, Schnittstellen zu anderen Departementen zu definieren und bei Ressourcenengpässen Richtlinien für die Priorisierung festzulegen. Die Vorschläge sollen mit den Linienverantwortlichen diskutiert und wenn immer möglich rasch umgesetzt werden. Die Task Force und ihr Steuerungsausschuss können auf die enge Begleitung und persönliche Unterstützung des Chefs VBS und der Geschäftsleitung des Departements zählen, heisst es weiter.
Montag
26.10.2009




