In ihrer Veranstaltungsreihe «NZZ/Live Diskutieren Sie mit» hat die «Neue Zürcher Zeitung» am Donnerstagabend ungebetene Diskutanten erhalten.
Vier Aktivisten drangen an der Zürcher Falkenstrasse in das NZZ-Foyer ein, wo auf einer leicht erhöhten Bühne Matthias Herdegen, Ursula Plassnik und Eric Gujer ab 18.30 Uhr zum Thema «Uno – eine Vision schafft sich ab» referierten.
Nach eigenen Angaben drang die Gruppe «Drop Kollektiv» kurz darauf in den Event-Saal ein und kaperte die Veranstaltung. Sie richteten Vorwürfe gegen NZZ-Chefredaktor Eric Gujer, wobei die Gruppe «ihm und seiner Zeitung bewusste und systematische Verharmlosung und Leugnung des wissenschaftlichen Konsenses in der Klimakrise» vorwarfen, wie aus einer Mitteilung des Kollektivs hervorgeht.
Nervosität und leichte Hektik brach aus, nachdem die Aktivisten einen Banner mit der Aufschrift «Nein Zur Zukunft», der in der NZZ-Schrift gehalten war, hochhielten, wobei sie das Geschehene selber filmten und noch am Donnerstagabend ins Netz stellten.
Die Gäste Matthias Herdegen, Professor für Völkerrecht und Staatsrecht der Uni Bonn, und die österreichische Diplomatin Ursula Plassnik blieben ruhig, Chefredaktor Eric Gujer versuchte etwas unsicher und genervt mit seinen Einlassungen dagegen zu halten.
Die NZZ sei eine «der Hauptschuldigen am Schweizer Klimaversagen», heisst es im Statement. Als vierte Gewalt im Staat obliege den Medien die Verantwortung der staats- und gesellschaftskritischen Berichtserstattung. Ohne eine unabhängige, faktenbasierte Berichterstattung sei Demokratie handlungsunfähig, heisst es von Seiten der Klimaaktivisten.
«In ihrem Nicht-Diskurs und ihrer Vertuschungs- und Verniedlichungs- und Ablenkungskampagne ist sie eine aktive Klimaverbrecherin», schreibt das Drop Kollektiv, dessen vier Aktivisten alle proper im Anzug, «NZZ-like», deren Gäste verunsicherten und nach der Kurz-Aktion wieder abzogen.
Eine kleine Gruppe habe die Veranstaltung kurzzeitig gestört, heisst es von Seiten der NZZ-Medienstelle gegenüber dem Klein Report am Freitagmorgen. «Die Personen hatten regulär Tickets erworben und sich damit Zutritt verschafft. Die Situation konnte rasch geklärt werden, die Gruppe wurde aus dem Saal verwiesen, und die Veranstaltung wurde planmässig fortgesetzt.»


