Der SRF-Journalist Pascal Schmitz, der Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer mit einer Recherche über ein gefälschtes Impfzertifikat zu Fall gebracht hat, zieht Konsequenzen: Nach 14 Jahren gibt er sein Amt als Stadionspeaker beim National-League-Klub Rapperswil-Jona Lakers ab.
Dies teilt der Verein in einem Communiqué am Mittwoch mit. Auslöser sind kürzlich publik gewordene, rund 15 Jahre alte Facebook-Kommentare mit rassistischem Inhalt.
In einer Mitteilung erklärt Schmitz, die Ereignisse der letzten Tage hätten ihn zu diesem Schritt bewogen. Er wolle «Schaden von den Lakers abwenden», der Klub sei für ihn eine Herzensangelegenheit.
Gleichzeitig entschuldigt er sich «aufrichtig bei allen Menschen», die er mit den damaligen Aussagen beleidigt habe. Die Lakers begrüssen den Rücktritt und verurteilen die Äusserungen «aufs Schärfste».
Die digitalen Entgleisungen leistete sich Schmitz unter anderem während der Fussball-WM 2010 in Südafrika sowie im Zusammenhang mit Spielen der Eishockey-Nationalmannschaf. Darüber berichtete zuerst die «Weltwoche».
Brisant ist der Fall vor allem wegen Schmitz’ Rolle beim Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Der Journalist hatte mit seiner Recherche die Affäre um Patrick Fischer ins Rollen gebracht. Fischer hatte bei einem Mittagessen Mitte März im Gespräch mit Schmitz ein gefälschtes Covid-Zertifikat eingeräumt – am Ende verlor er seinen Job als Nati-Trainer.
Seither steht Pascal Schmitz selbst im Fokus. Kritik, öffentliche Anfeindungen und Boykottaufrufe – etwa von Rolf Knie auch im Klein Report geäussert – erhöhten den Druck zusätzlich.
Mit den nun bekannt gewordenen Altlasten verschärft sich die Situation weiter. Die zentrale Frage richtet sich damit an SRF: Ist ein Journalist, der einerseits eine nationale Affäre aufdeckt, andererseits aber mit rassistischen Äusserungen konfrontiert ist, für den Service public noch tragbar?




