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Freitag
24.04.2026

TV / Radio

Die SRG hält das Land zusammen: Das Solidaritätsargument überzeugte auch viele Ja-Stimmende... (Bild: Screenshot / © GfS Bern)

Die SRG hält das Land zusammen: Das Solidaritätsargument überzeugte auch viele Ja-Stimmende... (Bild: Screenshot / © GfS Bern)

Die Nachbefragung von Stimmberechtigten zur SRG-Abstimmung «200 Franken sind genug» vom 8. März zeigt deutliche Unterschiede in der Wirkung von Pro- und Kontra-Argumenten.

Am stärksten überzeugte das Solidaritätsargument: 72 Prozent der Befragten unterstützten gemäss der am Freitag publizierten Analyse von GfS Bern die Aussage, dass die Mediengebühr den Zusammenhalt des Landes zwischen den Sprachregionen stärke. Selbst unter den Befürwortern der Initiative fand dieses Argument noch Zustimmung.

Zwei Drittel der Befragten stimmten zu, dass eine Schwächung der SRG die sachliche Information und damit die direkte Demokratie gefährden könnte. 

Weitere Kontra-Argumente waren die Bedeutung der SRG für die Schweizer Kultur oder ihre Rolle im Kampf gegen Desinformation.

Die Pro-Argumente hatten es deutlich schwerer. Am meisten Zustimmung erhielten Kritikpunkte an der Höhe der Gebühren sowie an der Belastung für Unternehmen. 

Insgesamt zeigt die Analyse von GfS Bern: Während die Pro-Argumente stark polarisierend wirkten, konnten die Kontra-Argumente auch über politische Lager hinweg Zustimmung gewinnen, worin die Studienmacher einen wichtigen Faktor für das deutliche Abstimmungsergebnis ausmachen.

Die Vorlage scheiterte mit 61,9 Prozent Nein-Stimmen. Die Vorlage wurde von vielen als wichtig eingestuft, die Meinungsbildung erfolgte daher früh. Gemäss der Nachbefragung folgte das Stimmverhalten recht klar den ideologischen Grenzlinien, also entlang der klassischen Links-Rechts-Achse.

Zustimmung fand die Initiative vor allem im rechtsbürgerlichen Lager. Unterstützt wurde sie insbesondere von Personen mit geringem Vertrauen in Medieninstitutionen sowie von Befürwortern marktliberaler Positionen.

Jüngere, Personen mit tieferem Bildungsniveau und niedrigeren Einkommen stimmten häufiger zu. Hauptmotiv war dabei die finanzielle Belastung, weniger grundsätzliche Kritik an der SRG.