Richterin Colleen Kollar-Kotelly will in der Nacht auf Samstag das Urteil im Kartellverfahren gegen Microsoft bekannt geben. Dann soll entschieden werden, ob die aussergerichtliche Einigung zwischen Microsoft und dem US-Justizministerium vom Gericht akzeptiert wird. Dies geht aus einer Mitteilung des Bezirksgerichts des District of Columbia hervor. Prozessbeobachter werden in US-amerikanischen Medien zitiert, die Richterin werde wegen der Dauer der Entscheidung der aussergerichtlichen Einigung nicht zustimmen.
Kürzlich hatte das «Project to promote competition & innovation in the digital age» (ProComp) angemahnt, dass die mit den aktuellen Service Packs für Windows 2000 und XP ergänzten Funktionen nicht reichen, um die Auflagen zu erfüllen, die Microsoft in einem Vergleichsvorschlag mit den Kartellbehörden ausgehandelt hat. Vor fast genau einem Jahr hatten sich das Justizministerium und Microsoft unter anderem darauf geeinigt, dass Microsoft PC-Herstellern grössere Freiheiten bei der Installation konkurrierender Software geben und sicherstellen muss, dass die Software von Mitbewerbern reibunglos mit Software aus dem eigene Haus zusammenarbeitet.
Auch mit Kollar-Kotellys Spruch wird das Verfahren vermutlich kein Ende finden. Die Richterin hat sich seit Monaten Vorschläge und Meinungsbeiträge von verschiedenen Seiten angehört, ohne jedoch erkennen zu lassen, auf welche Seite sie sich schlagen wird. Es liegen mehrere Forderungen auf dem Tisch - unter anderem soll der Software-Riese eine vollkommen «entbündelte» Windows-Version ohne andere Programme anbieten. Dadurch sollen konkurrierende Softwarefirmen eine Marktchance erhalten. Je nachdem wofür sich Kollar-Kotelly entscheidet, ist mit einer Berufung durch Microsoft oder der Klägerseite zu rechnen. Mehr dazu: Microsoft: Zoff mit den New Yorker Behörden, Quartalszahlen I: Microsoft verdoppelt Gewinn und
Freitag
01.11.2002
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