Der Aussenwerbekonzern APG hat letztes Jahr mit 327 Millionen Franken den gleichen Umsatz wie 2024 erzielt. Im Schweizer Markt stieg der Werbeumsatz leicht um 0,3 %, in Serbien sank er um 6,5 %. Der Konzerngewinn fiel um 10,6 % auf 27,1 Millionen Franken.
«Während in der Schweiz die Werbeausgaben in den klassischen Medien insgesamt rückläufig waren, zeigten sich die Werbeumsätze der APG|SGA robust und lagen leicht über dem Vorjahr. In Serbien musste aufgrund der politischen Unruhen ein Umsatzrückgang verzeichnet werden», kommentiert APG-Verwaltungsratspräsident Daniel Hofer die Zahlen im Finanzbericht, der nach zwölf Jahren nicht mehr zur Wahl antritt.
Als Nachfolger schlägt der Verwaltungsrat Felix Graf, CEO der NZZ, für die Generalversammlung vom 23. April 2026 vor, zudem auch Corine Blesi, Geschäftsführerin NZZ Connect und Miglied der erweiterten NZZ-Geschäftsleitung.
Die bisherige Verwaltungsrätin Maya Bundt soll zur Vizepräsidentin ernannt werden. Nicht mehr zur Wiederwahl stellt sich Xavier Le Clef, CEO der CNP-Gruppe, zu der die Pargesa Asset Management S.A. gehört.
Auch im Management des börsenkotierten Konzerns wird demnächst die Nachfolge von Beat Holenstein, Leiter Marketing & Partner Market, bekannt gegeben. Holenstein beendet nach 30 Jahren seine erfolgreiche Karriere bei der APG per 30. September. Den Bereich Partner Market hat Finanzchef Nico Benz-Müller von Holenstein per 1. Januar diesen Jahres übernommen.
Der Chief Financial Officer ging am Donnerstag im Zürcher Hotel Widder detailliert auf die Zahlen 2025 ein, unter anderem sei der Personalaufwand um 1,4 % gesenkt worden. Ein tieferer Personalbestand und variable Vergütungen hätten zu dieser Reduktion geführt.
Und auch der Betriebs- und Verwaltungsaufwand konnte um 2,7 % reduziert werden. Tiefere Beratungs-, Marketing- und Energiekosten hätten dazu beigetragen.
Die Immobilienerträge haben sich aufgrund eines Liegenschaftsverkaufs im 2024 auf 1,7 Millionen Franken reduziert. Die weiteren Betriebserträge stehen bei 400’000 Franken und beinhalten Veräusserungsgewinne nicht mehr benötigter Sachanlagen. Dadurch habe sich im Geschäftsjahr 2025 «ein Betriebsertrag von 329,2 Millionen Franken ergeben, was einer Abnahme von 1,1 % gegenüber dem Vorjahr entspricht», heisst es zu den Zahlen des letzten Jahres. 2024 erzielte die APG einen Gewinn von 2,9 Millionen Franken aus einem Liegenschaftsverkauf.
Auf Ebit-Stufe sank das Ergebnis um 9 % auf 33,2 Millionen Franken, auf EBITDA-Stufe war es ein Minus von 6,6 % auf 43,1 Millionen Franken.
Im Schweizer Werbemarkt lief das erste Halbjahr 2025 mässig, steigerte sich dann in den letzten sechs Monaten. Trotz des Wegfalls eines grösseren Konzessionsvertrages in der Stadt St. Gallen stieg der Umsatz um 0,3 % auf 312,9 Millionen Franken.
«Die ersten Monate waren im Minus», erklärte APG-CEO Markus Ehrle an der Medienkonferenz vom Donnerstag. «Das zweite Habljahr hat das Minus dann in ein Plus gedreht.» Die hohe Volatilität im Buchungsverhalten bleibe bestehen. Und je länger je mehr würden immer weniger Ganzjahreskampagnen gebucht.
Dafür konnte der CEO mit der Vertragsverlängerung der SBB Immobilien bis Ende 2030 am Donnerstag einen schönen Erfolg vermelden.
Geworben haben die Auftraggeber aus den Bereichen Handel, Finanzwirtschaft und Versicherungen sowie der Dienstleistungsbereich.
Sorgen machen seit Längerem die Branche Verkehr, insbesondere die Automobilbranche, und der Bereich Haus und Garten. «Einen deutlichen Rückgang der Umsätze gab es bei der zyklischen politischen Werbung, welche Wahlen und Abstimmungen umfasst», heisst es über die Politikwerbung. «Hier hatten wir ein signifikantes Minus, da es auch nur drei Abstimmungssonntage gegeben hat», erläuterte Ehrle an der Analystenkonferenz. «Dieses Jahr sieht es besser aus mit den Abstimmungen.»
Unter anderen wird bald die Eidgenössische Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» oder auch Nachhaltigkeitsinitiative genannt, beworben.
Bei den Investitionen in den digitalen Out-of-Home-Bereich (DOOH) ist das Angebot auf 3’500 digitale Werbeflächen angestiegen. Hier sei ein signifikantes Wachstum bei der Werbung im Bereich DOOH sowie im öffentlichen Verkehr erzielt werden.
Die Allgemeine Plakatgesellschaft kann sich mittlerweile auf 8’200 aktive Werbekunden stützen, von denen 86 % eine lokale/regionale Ausrichtung hätten. Mit allen Auftraggebern seien 29’000 Kampagnen realisiert worden. «Dabei spielt das klassische, analoge Plakat in den Standardformaten nach wie vor eine wichtige Rolle.»
So seien durch die Logistikorganisation 715’000 Plakatsujets verarbeitet beziehungsweise in den Aushang gebracht worden.
Für das laufende Jahr ist Ehrle zuversichtlich. Gemäss einer vom SWA in Auftrag gegebenen jährlichen Umfrage werden die Werbekunden tendenziell mehr in die Aussenwerbung und in TV investieren. Der TV-Bereich mit der SRG wird voraussichtlich mit satten 25 % einer der grossen Gewinner, da viele internationale Sportereignisse wie die Olympischen Winterspiele oder die Fussball-Weltmeisterschaft ordentlich Werbegelder in die Kassen spülen.
An der ausserordentliche Generalversammlung vom 23. Januar 2026 hatte sich zudem die neue Aktionärin NZZ ante portas positioniert.
Das Medienhaus möchte seine APG-Anteile erhöhen und hat dazu einen Aktionärsantrag zur Einführung einer selektiven Opting-up-Bestimmung in den Statuten der Gesellschaft durchgesetzt. So versucht die NZZ die Voraussetzung für die von ihr angestrebte Erhöhung von bisher 25 % auf neu 45 % durch die Aktienkäufe von JCDecaux SE und Pargesa Asset Management S.A. zu verbessern.
«In Serbien haben die Wettbewerbshüter bereits grünes Licht gegeben», führte CEO Markus Ehrle vor den Medien aus. In der Schweiz warte man noch auf den Entscheid der Wettbewerbskommission. Danach würden JCDecaux noch 5,69 % und Pargesa 4,7 % an der APG halten.
Im vergangen Jahr feierte die APG ihr 125-jähriges Bestehen mit landesweit verschiedenen Veranstaltungen.




