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Sonntag
08.04.2007

Das Internetportal YouTube hat der thailändischen Regierung Nachhilfe beim Sperren von Videos angeboten, nachdem Bangkok wegen einer einzelnen beleidigenden Aufnahme gegen König Bhumibol Adulyadej die ganze Website blockiert hatte. Die Firma habe mit dem thailändischen Kommunikationsminister Sitthichai Pookaiyaudoom geredet, erklärte YouTube-Sprecherin Julie Supan der Nachrichtenagentur AFP. Dieser habe gesagt, dass die Techniker seines Ministeriums nicht wüssten, wie sie einzelne Videos blockieren könnten. Daher sei das Portal komplett gesperrt worden.

YouTube selbst könne nur Videos aus seinem Angebot nehmen, die gegen seine Firmenpolitik verstiessen, erklärte die Sprecherin weiter. Es sei Sache der thailändischen Regierung, zu entscheiden, ob bestimmte Videos gesperrt werden sollten. YouTube könne das zuständige thailändische Ministerium darüber aufklären, wie dies funktioniere. «Das ist uns lieber, als wenn das ganze Portal gesperrt wird.»

Die thailändische Regierung hatte YouTube am Mittwoch gesperrt, weil ein im Internetportal veröffentlichtes Video den in Thailand zutiefst verehrten König beleidigte. Seit der Sperrung wurden sechs weitere beleidigende Videos bei YouTube veröffentlicht. Die Aufnahmen zeigten unter anderem, wie dem Monarchen Füsse ins Gesicht gestreckt wurden. Ein weiterer Clip zeigte eine Karikatur Bhumibols als Affen und warf der Militärführung des Landes die Beschneidung der Meinungsfreiheit vor.