Zweieinhalb Jahre nach der spektakulären Pleite des US-Telekomriesen WorldCom müssen zehn frühere Mitglieder des Verwaltungsrates aus eigener Tasche 18 Mio. Dollar an Investoren zahlen. Weitere 36 Mio. Dollar steuern Versicherungen bei. Dies ist nach einem Bericht der «New York Times» vom Donnerstag Ergebnis eines Vergleichs nach einer Sammelklage von Anlegern, die vom Pensionsfonds des Bundesstaates New York (New York State Common Retirement Fund) geführt wurde.
Die Zeitung wertete die Vereinbarung als bemerkenswertes Zugeständnis. Verwaltungsratsmitglieder hätten sich bislang immer auf die Versicherungen ihrer Firmen verlassen, die die Kosten im Zusammenhang mit Wertpapierfällen und -vergleichen getragen hätten. Für Manager gilt die Vereinbarung daher als Besorgnis erregender Präzedenzfall. WorldCom firmiert seit Beendigung des Insolvenzverfahrens im vergangenen Jahr als MCI. Gegen den WorldCom-Firmengründer und - Konzernchef Bernard J. Ebbers soll am 18. Januar in New York ein strafrechtliches Verfahren beginnen.
Donnerstag
06.01.2005