Der Auftritt war ungewohnt, und nicht ein einziges Mal kam das Wort «Medien» im Referat vom ehemaligen Fifa-Schiedsrichter Urs Meier vor, aber trotzdem wurde es an der Präsentation der MA-Leader 07 am Dienstag in Zürich mit lang anhaltendem Applaus verdankt. Der Grund: Der Ex-«Schiri» Meier zog zahlreiche Vergleiche zwischen seinem früheren Job auf dem Rasen und den Aufgaben eines Firmenchefs. Jede Minute müsse ein Schiedsrichter etwa fünf Entscheide fällen, rechnete er vor, die mitunter eine grosse Tragweite haben. Dabei gelte es immer, der grossen Verantwortung gerecht zu werden, die man in dieser Funktion habe.
Anhand zahlreicher Beispiele gab Urs Meier einige Regeln von sich, die jedem Absolventen eines Kaderkurses nicht unbekannt sind, aus dem Mund eines Fussball-Spielleiters (man beachte die Nähe zum Ausdruck eines Geschäftsleiters) aber neu und erfrischend tönten. Als Chef - sei es auf dem Spielfeld oder im Geschäftsleben - habe er Entscheide zu fällen und für diese auch hinzustehen, unterstrich er etwa. Er müsse hohe Wertschätzung für den «Faktor Mensch» aufbringen und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Vor allem bei unpopulären Entscheiden müsse man seiner Sache absolut sicher sein, lautete ein weiterer Merksatz, und an die Adresse der grossen Abzocker war die Mahnung gerichtet, dass Führungsleute aufzupassen haben, keine dunklen Stellen in ihrer Biografie zu haben.
Dienstag
20.03.2007