Per 1. März 2026 organisiert sich das Unternehmen neu in zwei Geschäftsbereiche: «Premium Digital» sowie «Premium Print & E-Paper».
Ziel sei es, «die besten Bezahlprodukte der Schweiz zu liefern». Gleichzeitig kommt es zu einem Stellenabbau von «25 bis 30 Vollzeitstellen». Die Redaktionen und «die Kernmarken sind vom Abbau nicht betroffen».
Dennoch: Der Weg des Verlagshauses verstärkt die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz (KI) massiv.
Der Umbau ist Teil eines Transformationsprozesses, den Tamedia (TX Group) im August 2024 gestartet hat. Hintergrund seien «veränderte Erwartungen», ein «rückläufiger Printmarkt» und die «massive Verschiebung der Schweizer Werbegelder zu globalen Plattformen».
Seither habe man die journalistische Arbeit «kanal- und nutzerorientiert neu organisiert», den Fokus auf «vier digitale Kernmarken» gelegt, die Vermarktung gebündelt und den Druck «auf ein zentrales Druckzentrum in Bern konsolidiert».
Nun folgt die nächste Etappe: Print und Digital werden organisatorisch getrennt. Das Digitalgeschäft soll «massiv vorangetrieben» werden, mit dem Anspruch, «das attraktivste digitale Bezahlangebot der Schweiz zu schaffen».
Gleichzeitig blieben «qualitativ hochwertige Printprodukte zentraler Bestandteil des Portfolios», das E-Paper soll Print weiter stärken.
Eine Schlüsselrolle kommt der künstlichen Intelligenz zu. Die bisherigen Aktivitäten werden in der neuen Einheit «AI & Data» gebündelt, direkt dem CEO unterstellt und von Nadia Kohler geleitet. «AI & Data» soll «wesentlich zur Weiterentwicklung von Produkten, zur Steigerung von Effizienz und Produktivität» beitragen, heisst es von Seiten des Verlages am Dienstag.
CEO Jessica Peppel-Schulz spricht von einer notwendigen Anpassung an die Realität: «Die Mediennutzung und der Werbemarkt haben sich grundlegend verändert.» Mit der Trennung von Print und Digital verbessere man die Nutzerorientierung der Produkte weiter.
AI und Data würden gezielt eingesetzt, um «wirtschaftlich nachhaltigen Journalismus» zu ermöglichen. Zum Stellenabbau wird Peppel-Schulz folgendermassen zitiert: «Jede verlorene Kollegin schmerzt, jeder verlorene Kollege schmerzt.» Dennoch müsse man «diese Verantwortung übernehmen, um Journalismus und Tamedia eine Zukunft zu geben».
Die publizistische Führung bleibt bei Simon Bärtschi. Ergänzt wird die neue Struktur durch die Geschäftsbereiche unter Marc Isler (Digital) und Jürg Mosimann (Print & E-Paper).
Tamedia setzt damit klar auf Technologie, Bezahlmodelle – und einen schmerzhaften, aber kalkulierten Umbau.




