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Sonntag
14.03.2004

Erstmals geraten Gewerkschaften ins Visier der Wettbewerbskommission (Weko), wie die «SonntagsZeitung» berichtete. Die Kommission kläre nun ab, ob sie gegen die drei Journalistenverbände Comedia, Impressum und Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM) eine Untersuchung einleiten soll. Grund: Ein Journalist hat laut «SonntagsZeitung» beim Weko-Sekretariat Anzeige erstattet mit der Begründung, als Nichtmitglied eines Journalistenverbandes - und damit ohne Presseausweis - keine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Die Weko wolle nun abklären, ob die Gewerkschaften mit dem Presseausweis und der damit verbundenen Zwangsmitgliedschaft den freien Marktzutritt erschweren oder gar verhindern. Paul Rechsteiner, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftbundes, ist empört. «Das ist ein ideologischer Übergriff», so Rechsteiner zur «SonntagsZeitung», «die Weko entwickelt sich zu einer Behörde, die ihre Grenzen nicht mehr kennt und sich eigenmächtig in Sachen einmischt, die sie nichts angehen.» Auch Comedia-Zentralsekretär Serge Gnos versteht die Intervention nicht. «Der Presseausweis ist keine Voraussetzung, um den Beruf auszuüben. Er bestätigt bloss, dass jemand seit mindestens zwei Jahren als Journalist arbeitet», sagte er der «SonntagsZeitung».