Mindestens 622 zensierte oder verbotene Medien hat die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) im vergangenen Jahr registriert, im Vorjahr waren es 501 gewesen. 907 Journalisten seien vorübergehend festgenommen (2003: 766), mindestens 1146 wurden bedroht oder angegriffen, teilte ROG am Mittwoch mit. Zensur und Verbot von Medien haben nach Erkenntnissen von Reporter ohne Grenzen etwa in Russland, Weissrussland und im Iran stark zugenommen. So haben die Behörden in Weissrussland im Vorfeld der Wahlen vom vergangenen Oktober das Erscheinen zahlreicher unabhängiger Zeitungen und Zeitschriften verhindert. Im Iran - wo im Mai Wahlen anstehen - sind seit einigen Monaten vor allem oppositionelle Internetzeitungen gesperrt. Während der politischen Unruhen in Haiti und der Elfenbeinküste wurden dort viele Medien gewaltsam an ihrer Arbeit gehindert: Journalisten wurden bedroht und angegriffen, Büros verwüstet. Weltweit sind derzeit 103 Journalisten sowie 70 Internet-Dissidenten hinter Gittern.
Mittwoch
05.01.2005