Hartes Ringen auf einer ausserordentlichen Hauptversammlung der Viva Media am Freitag: Die Viva-Aktionäre haben nach einer zehnstündigen Versammlung dem Beherrschungsvertrag zwischen Viva und der MTV-Mutter Viacom sowie einer Zwangsabfindung (Squeeze-Out) an die Minderheitsaktionäre zugestimmt. Im Besitz der Viacom sind bereits 98%. Die restlichen 2% sollen gegen eine Barabfindung von 12.65 Euro pro Aktie an Viacom übergehen. Der Viva-Betriebsrat, der die komplette Schliessung des Kölner Senders befürchtet, will an den Umstrukturierungsplänen des neuen Eigners beteiligt werden und klagt deshalb vor dem Kölner Arbeitsgericht. Der Gerichtstermin ist für den 25. Januar angesetzt. Bei der Viva Media AG und in der Fernsehproduktion in Köln sind 290 Personen beschäftigt. Zu der AG gehört auch die Produktionsfirma Brainpool mit 280 Beschäftigten, die aber von Umstrukturierungen nicht betroffen sein sollen. Der Betriebsrat befürchtet einen Umzug von Köln nach Berlin sowie einen drastischen Stellenabbau und ein stark eingeschränktes Programm zu Gunsten von MTV.
Zum Deal gehört, dass Viacom den Viva-Verlust von 42 Mio. Euro (2003), im Gegenzug zahlen wird. Nachdem die Übernahme das Viva-Ergebnis im 3. Quartal 2004 stark belastet hat, wird für das 4. Quartal mit einer stabilen Geschäftsentwicklung gerechnet. Für das Gesamtjahr 2004 strebt Viva einen Umsatz über dem Vorjahresniveau von 113 Mio. Euro an.
Sonntag
16.01.2005