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Freitag
16.03.2007

Der japanische Internetunternehmer Takafumi Horie ist in einem Betrugsprozess zu einer zweieinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Das öffentliche Interesse am Prozess in Tokio war riesig. Das Urteil wurde, kurz nachdem Horie den Gerichtssaal betreten hatte, verlesen. Hunderte Journalisten verfolgten das Geschehen. Die Richter in dem international stark beachteten Prozess statuierten mit dem Schuldspruch am Freitag ein Exempel, weil in Japan Konzernmanager bei Wirtschaftsvergehen normalerweise mit Bewährungsstrafen davonkommen.

Der 34-Jährige beteuerte vor Gericht beharrlich seine Unschuld und verwirkte damit die Aussicht auf ein milderes Urteil, berichteten japanische Zeitungen. Er habe nichts von den Betrügereien in seinem Konzern Livedoor gewusst, hatte Horie ausgesagt und die Schuld an den Bilanzmanipulationen dem Finanzvorstand Ryoji Miyauchi in die Schuhe geschoben. Die Staatsanwaltschaft beschuldigte Horie indes, seine Mitarbeiter zu den Betrügereien angehalten zu haben. Deshalb hätten sie Umsatz und Gewinn der Firma um Millionenbeträge aufgebläht und den Aktienkurs durch eine vorgetäuschte Akquisition manipuliert.

Der Livedoor-Skandal hatte Anfang 2006 in Japan einige Turbulenzen ausgelöst. Horie war mit seinem rasanten Aufstieg zu einem der erfolgreichsten Unternehmer des Landes und zu einer Symbolfigur des «Neuen Japan» geworden.