Content:

Sonntag
25.03.2007

Der Verleger Michael Ringier macht sich Gedanken über eine Fusion seines Konzerns mit einem anderen Unternehmen. Voraussetzung dafür wäre aber, dass ein solcher Zusammenschluss dem Haus Ringier grössere unternehmerische Schlagkraft bringen würde. Auf fehlende potenzielle Nachfolger in seiner Familie angesprochen, erklärte Ringier gegenüber der «NZZ am Sonntag», dass ein Verkauf des Konzerns für keinen der Aktionäre in Frage komme. Eine Fusion aber will der Verleger nicht grundsätzlich ausschliessen. «Wenn wir in eine Lage kommen, in der eine Fusion unser Unternehmen einen grossen Schritt weiterbringen würde, würden wir uns das sehr genau anschauen», sagte Ringier weiter. Es sei zum Beispiel möglich, dass nur sehr grosse Firmen erfolgreich im Internet tätig sein könnten. Da könne es sinnvoll sein, die Kräfte mit einem Partner zu bündeln.

Ringier äusserte sich auch zu den Vorgaben, die er den beiden Arbeitsgruppen gemacht hat, die neue Konzepte für den «Blick» und den «SonntagsBlick» erarbeiten sollen. Der «Blick» müsse umfangmässig erweitert werden; er wünsche sich mehr Geschichten im Blatt. Auch müssten die Storys im «Blick» grosszügiger präsentiert werden können. Ihm schwebe ein grösseres Tabloidformat vor. Inhaltlich solle das Boulevardblatt so wenig Pflichtstoff wie möglich und stattdessen unverwechselbare Geschichten präsentieren.

Den «Blick» gratis abzugeben, ist für Michael Ringier keine Option. Denkbar sei einzig, dass das Blatt in einer Art Grossauflage an gewissen Tagen zusätzlich auch gratis verteilt werde. Der «Blick» sei aber keine Gratiszeitung und müsse den Preis von 1.80 Franken wert sein. Die Beilage «Sie+Er» des «SonntagsBlicks» will Ringier nicht einstellen, sondern «ein wenig umbauen». Das Heft müsse anspruchsvoll bleiben, aber populärer werden. Der Spagat zur Sonntagsausgabe sei zu gross.