Der Berner Konsumgüterkonzern Valora wird bald nur noch Kioske und den Presse-Grosshandel betreiben. Das berichtet die «SonntagsZeitung». An der Bilanzmedienkonferenz nächsten Mittwoch werde das Unternehmen bekannt geben, dass es die dritte Sparte verkaufen will, also die Produktion und Distribution von Marken wie Kägi oder Roland sowie weitere Gesellschaften in Skandinavien, Deutschland, Tschechien und Österreich. Damit verzichte die Valora Gruppe auf rund 35 Prozent seines Umsatzes und rund die Hälfte des Gewinns, heisst es im Bereich der «SonntagsZeitung» weiter. Es ist zu erwarten, dass Verwaltungsratspräsident Fritz Ammann und Konzernchef Peter Wüest ähnlich argumentieren werden wie 2004 beim Verkauf von Merkur: Das Geschäft sei zwar profitabel, passe aber nicht mehr zum Kerngeschäft. Den Verkauf abwickeln soll die Schweizer Grossbank CS. Bei Valora will man diese Information der «SonntagsZeitung» nicht kommentieren.
Über die Zukunft des Kiosk-Geschäfts sei man sich im Verwaltungsrat noch nicht einig. Zur Diskussion steht auch hier ein Verkauf. Im letzten Herbst wurde bekannt, dass der französische Konzern Lagardère ein Angebot gemacht hatte, das er Anfang des Jahres erneuerte. An der Kiosk-Zentrale in Muttenz wird mit Hochdruck am Turnaround gearbeitet. Probleme mit intransparenten Zahlen, mit hohen Kosten und rückläufigem Umsatz stehen im Vordergrund. Auf Ablehnung stosse auch eine ganze Reihe deutscher Manager, die Ammann ins Unternehmen geholt habe.
Sonntag
25.03.2007