Am 18. Januar vor 10 Jahren wurde der angolanische Journalist Ricardo de Mello erschossen. 2 Tage zuvor hatte er einen Artikel über angebliche Verwicklungen der Präsidentengattin in illegale Diamantengeschäfte veröffentlicht. Die angolanischen Behörden haben bis heute keinen ernsthaften Versuch unternommen, den Mord aufzuklären. Daher haben Reporter ohne Grenzen, Amnesty International und das Writers in Prison Committee der Schriftstellerorganisation P.E.N. am Montag erneut an den angolanischen Botschafter in Deutschland appelliert, sich für die Ermittlung und Bestrafung der Verantwortlichen einzusetzen. Ricardo de Mello wurde am 18. Januar 1995 durch einen Schuss aus nächster Nähe getötet. De Mello war Chef der unabhängigen Tageszeitung «Imparcial Fax» und hatte mehrfach Morddrohungen aus Kreisen des staatlichen Sicherheitsdienstes erhalten. Die Behörden stellten schon nach kurzer Zeit die Untersuchung des Verbrechens ein. Weltweite Proteste führten zu einer Wiederaufnahme. Daraufhin wurden de Mellos Frau und ein ehemaliger Kollege belastet. Doch die Indizien waren widersprüchlich. Vermutlich sollten so die wahren Hintergründe vertuscht werden. Es wurde nicht weiter ermittelt.
Montag
17.01.2005