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Samstag
31.03.2007

Die ermordete russische Journalistin und Menschenrechtskämpferin Anna Politkowskaja erhält posthum den Weltpreis der Pressefreiheit Unesco-Guillermo Cano 2007. Das teilte in Paris die Kulturorganisation der Vereinten Nationen in der Nacht auf Samstag mit. Es ist das erste Mal, dass dieser Preis einer nicht mehr lebenden Person verliehen wird. Politkowskaja wurde am 7. Oktober 2006 in Moskau erschossen. Damit erlitt sie das gleiche Schicksal wie 1987 der kolumbianische Journalist Guillermo Cano, der Namensgeber des Unesco-Preises.

«Anna Politkowskaja hat unglaublichen Mut und Hartnäckigkeit bewiesen, als sie fortfuhr, die Geschehnisse in Tschetschenien aufzudecken, während die ganze Welt an diesem Konflikt nicht interessiert war», sagte Jury-Präsident Kavi Chongkittavorn. Politkowskajas Selbstlosigkeit und waghalsige Wahrheitssuche seien ein Massstab für den Journalismus. Die 1958 geborene Anna Politkowskaja hatte rund hundert Artikel über den Tschetschenien-Konflikt publiziert und damit scharfe Kritik an der Politik Russlands und an Russlands Präsidenten Wladimir Putin geübt.