Die Rückkehr der SRG auf UKW wird zunehmend zum medienpolitischen Problem – und zu einer wenig geglückten Übung für SRG-Generaldirektorin Susanne Wille.
Wie der «SonntagsBlick» berichtet, plant die SRG die Wiedereinführung der Ultrakurzwelle in drei Etappen – mit einer fast vollständigen Versorgung aber erst bis Ende 2028.
Dabei hatte Wille bereits im Dezember 2025, kurz vor der Abstimmung über die SRG-Begrenzungsinitiative, die Kehrtwende angekündigt und versprochen, man werde «so schnell wie möglich» auf UKW zurückkehren.
Das Bundesamt für Kommunikation hat die Frequenzen inzwischen freigegeben: Ab 1. Juli 2026 könnten die Sender wieder aufgeschaltet werden.
Doch, was Wille unter «schnell» versteht, ist Interpretationssache. Laut internen Unterlagen, die dem «SonntagsBlick» vorliegen, startet die SRG zunächst mit 45 Standorten und erreicht damit rund 85 Prozent der Bevölkerung. Kostenpunkt: 6,6 Millionen Franken pro Jahr. Erst mit 156 Standorten bis Ende 2028 wären rund 95 Prozent versorgt – bei jährlichen Kosten von knapp 15 Millionen Franken.
Eher heikel: Die Zusatzkosten kommen zum laufenden Sparprogramm «Enavant» hinzu und dürften weitere Einsparungen sowie Stellenabbau nach sich ziehen. Gleichzeitig räumt die SRG intern ein, dass viele verlorene Hörerinnen und Hörer wohl nicht mehr zurückkehren werden.
Auch bei Radio SRF 2 Kultur zeigt sich die politische Brisanz: Laut internen Papieren wäre ein Verzicht auf die UKW-Verbreitung des Kultursenders «medienpolitisch schwer vermittelbar». Deshalb sollen alle drei Radioprogramme wieder über UKW ausgestrahlt werden.
So oder so wirkt der Kurs der SRG widersprüchlich: erst Abschalten, dann Kehrtwende – und nun ein Comeback im Zeitlupentempo.


