Die Dokumentarfilmproduktion «Judith» der Thurgauer Regisseurin Yaël Parish wird mit 50 000 Franken aus dem kantonalen Lotteriefonds unterstützt. Parish zeichnet darin den Weg ihrer Mutter als Flüchtlingskind nach Palästina nach. Wie die Kantonsregierung am Donnerstag in Frauenfeld bekannt gab, will Yaël Parish einen 90-minütigen Kino-Dokumentarfilm produzieren. Dabei möchte sie mit ihrer aus Polen stammenden jüdischen Mutter deren Wege als Flüchtlingskind vom galizischen Städtchen Stryi bis nach Palästina mit einer Reise nachvollziehen.
Von den 13 000 Juden in der Heimatstadt der Mutter überlebten nur 100 den Holocaust. Die Mutter, als eine der Überlebenden, war bisher nicht bereit, mit ihrer Tochter über ihre Erlebnisse zu sprechen. Die Reise wird zu einer Auseinandersetzung mit dem Damals und dem Heute, dem Gedenken und Vergessen und soll zeigen, wie Erlittenes und Verschwiegenes trotz Wegsehen fortwirkt. Bereits der Diplomfilm der Regisseurin, «Bei Parish», ist mehrfach ausgezeichnet worden. In diesem Film berichtete sie über ihre familiäre Situation und ihre Jugendzeit in Guntershausen. Das Budget für den nun geplanten Film «Judith» beläuft sich auf 660 000 Franken.
Donnerstag
22.03.2007