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Sonntag
07.03.2010

Man traf sich zur Film-Gala im KKL Luzern - zum Apéro, zum Dinner nach dem Festakt auf der Bühne, Filmschaffende und Produzenten aus allen Himmelsrichtungen, aber auch Politiker, Wirtschaftsleute wie Herbert Bolliger (Migros), Prominente wie Schriftsteller Adolf Muschg und Martin Suter (er war nominiert für «Giulias Verschwinden»), die Festivaldirektoren Marco Solari (Locarno), Ivo Kummer (Solothurn) und Fredi M. Murer (Filmakademie), natürlich auch Schauspieler von Gilles Tschudi, Melanie Winiger und Stress («Verso») über Martin Rapold («Cargo») bis zu Bruno Ganz (nominiert).

Die Filmpreis-Verleihung an sich, nunmehr zum zweiten Mal in Luzern, interessierte teilweise nur am Rande. Das betraf vor allem die, welche nicht direkt betroffen waren. Man liess sie fatalistisch über sich ergehen wie etwa Filmer Samir, der mit solchen Veranstaltungen, wie er sagte, eh nicht viel anzufangen weiss. Er schneidet an seinem TV-Dokumentarfilm «Der Engel und die Fibonacci-Zahlen» über den Mikrokosmos des Zürcher Hauptbahnhofs, an den Solothurner Filmtagen aufgeführt.

Das Vorher und Nachher ist vielen Gästen wichtiger als das etwas langweilige Preis-Prozedere. So auch dem Tessiner Villi Hermann («Tamaro. Steine und Engel»), der aber durchaus eine gewisse nachhaltige Wirkung des Filmpreises sieht. Auch die Innerschweizer Filmer Erich Langjahr und Edwin Beeler bewegte der Preis-Akt nur am Rande. Sie regten sich indes gehörig über Luzerns Stadtpräsidenten Urs W. Studer auf, der sich in einem Interview mit der neuen «Neuen Luzerner Zeitung» für Luzern als Tatort für den «Tatort» starkmachte, natürlich mit beiden Augen auf die Werbewirksamkeit gerichtet: «Der `Tatort` in Luzern - das wäre der Hammer.»

Das passt aber den einheimischen Filmern gar nicht, wenn Kulturgelder in die beliebte TV-Serie fliessen würden. Hauptsache die Leuchtenstadt leuchtet als Event-Schauplatz. Studer-Originalton: «Wir wollen in erster Linie ein Forum für Film- und Fernsehschaffende sein. Ein Ort, an dem Know-how ausgetauscht wird.» Und was ist mit Arbeitsbedingungen für die Filmszene Luzern? Übrigens Stapi Studer kannte keinen der nominierten Schweizer Filme, aber das soll ja anderen Kulturverwaltern ähnlich gehen.