Die Verantwortlichen des Zürcher Tamedia-Verlags stehen vor der angenehmen Aufgabe, sich überlegen zu müssen, was sie mit einem Konzernergebnis von fast 100 Millionen Franken anstellen sollen. «Wir sind bereit für Akquisitionen, aber im Moment gibt es ja nichts zu kaufen», sagte CEO Martin Kall am Dienstag vor den Medien zu diesem Thema. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an den Verkauf des Jean-Frey-Verlags, machte aber deutlich, dass er zur verlangten Forderung dort nicht einsteigen wollte. Der Preis muss also stimmen.
An zweiter Stelle scheinen für Martin Kall Rückzahlungen an die Aktionäre zu stehen, die über die geplante Dividendenerhöhung hinausgehen sollen. Erst auf Nachfrage des Klein Reports meinte er, es gebe «vielleicht noch Ideen» für Neulancierungen. Ganz offensichtlich sind also im laufenden Jahr aus dem Haus Tamedia keine neuen Angebote zu erwarten.
Viel Geld wollen die Verantwortlichen aber weiterhin in die Regionalisierungsstrategie des «Tages-Anzeigers» stecken. Das dort ausgegebene Geld müsse die Bilanz in etwa fünf Jahren verbessern, gab Martin Kall dem teuren Vorhaben einen grosszügigen Zeithorizont. Zusammen mit Verwaltungsratspräsident Hans Heinrich Coninx machte er deutlich, dass vor allem die Themenabstimmung in den Details zwischen den Regionalredaktionen und der Stammredaktion des «Blauen Bundes» noch verbesserungsfähig sei.
Investieren will das Unternehmen auch in die gedeihende «20 Minuten»-Familie. Ebenfalls hält Martin Kall am wenig erfolgreichen Nachrichtenmagazin «Facts» fest. «Solange wir der Überzeugung sind, dass es noch Verbesserungspotenzial gibt, geben wir nicht auf», betonte er. Auf die konkrete Frage des Klein Reports räumte er ein, es gebe Zielvorgaben, die er aber nicht verraten wolle. - Siehe auch: Tamedia steigert Konzerngewinn um fast ein Viertel
Dienstag
27.03.2007