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Freitag
27.08.2010

Zum Auftakt des 11. SwissRadioDays im Zürcher World Trade Center vom Donnerstag äusserte sich Anders Held, Project Manager für Radiodays Europe, über die europäische Radiolandschaft und skizzierte die nächste Veranstaltung in Kopenhagen. Dabei geht es vor allem um den Austausch unter den privaten Radiostationen in Bezug auf neue Technologien und die Vermarktung. Nach Angaben der Veranstalter waren 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am RadioDay anwesend.

Als nächster kam Matthias Ramsauer, Vizedirektor Radio/TV des Bakom, zu Wort, um unter dem Titel «Two years after...» über die Situation nach Erteilung der Konzessionen sowie der Revision des Radio- und TV-Gesetzes zu berichten. Er begründete nochmals die Kriterien, die für die Konzessionierung einer Radiostation erfüllt werden mussten. «Nach anfänglich vehementer Kritik an unseren Entscheiden beruhigte sich die Szene immer mehr», meinte Ramsauer; kritische Töne seien verständlich; es gebe ja noch Verbesserungspotenzial. Im europäischen Rahmen jedoch stosse das Schweizer Modell auf Sympathie. Stossend sei jedoch, dass im Splitting-Fonds 70 Millionen Franken vorhanden sind, «die nicht verteilt werden können», so der Bakom-Vizedirektor weiter.

Dann wirbelte der englische Radio-Zukunftsforscher James Cridland mit seinen Ausführungen durch die digitale Welt der Future-Radios. Er berichtete über visionäre Internetradiostationen im Fernen Osten, aus Tokio, Hongkong, Bangkok und Indien. Diese Radios senden über Internet und Satellit und verfügen über buntgestylte Plattformen mit Bildern, Videos und Werbeclips. Über die digitale Schiene kann Radio eben auch mit Bildern gesendet werden. Dies ist vor allem auch für iPhone und SmartPhones die Zukunftsmusik, meinte Cridland optimistisch.

Rückblickend orientiert, holte der frühere RTL-Chef, Helmut Thoma, zum Schlag gegen die öffentlich-rechtlichen Radio- und TV-Stationen aus. Diese seien nicht mehr nötig; es gebe ja auch keine Staatspresse oder «auch Lebensmittel werden nicht öffentlich-rechtlich vermarktet», so Thoma weiter. Technisch sei die Entwicklung des Radios eigentlich abgeschlossen; aber die Vermarktung des Mediums sei unbefriedigend mit drei Prozent Anteil am gesamten Schweizer Werbekuchen. Auch er beschwor das Radio als «geniales Medium der Ohren», und verwies darauf, dass auch er während 16 Jahren für den Rundfunk tätig war.

Mehrere Referenten und Talkgäste äusserten sich zur Konvergenz von Radio und TV wie Hanspeter Lebrument von der Südostschweiz Medien AG, Marc Walder von Ringier und Gérard Tschopp von der SRG. Sylvain Lafrance von Radio-Canada schilderte die Situation bei seinem Medienunternehmen, in dem die Konvergenz schon umgesetzt ist. An der «Werberin des Jahres 2010», Regula Fecker, war es, die exemplarische Kampagne «Slow down - take it easy» als Prävention gegen Raserverhalten vorzustellen. Hier habe das Radio zu Beginn eine zentrale Rolle gespielt.