Die Mailänder Börsenaufsicht Consob hat das Swisscom-Angebot für die italienische Fastweb zugelassen. Damit beginnt das Kaufangebot für die Aktien des Festnetzbetreibers am kommenden Dienstag (10. April) und läuft bis zum 15. Mai. Die Swisscom bietet 47 Euro pro Fastweb-Aktie. Damit kostet der grösste Kauf in der Swisscom-Geschichte 6 Mrd. Franken. Das Aktienpaket des Fastweb-Gründers und Verwaltungsratspräsidenten Silvio Scaglia hat sich die Swisscom bereits über eine Sondervereinbarung gesichert.
Scaglia verpflichtete sich, seine 18,7 Prozent innerhalb der ersten drei Tage der Angebotsfrist an die Swisscom zu verkaufen. Er liess sich aber ein Hintertürchen offen. Falls ein anderer Interessent mehr als 47 Euro bieten sollte, dürfte er seine Aktien an diesen Bieter veräussern. Der grösste Schweizer Telekomkonzern will mindestens die Hälfte der Fastweb-Titel plus eine Aktie erwerben. Derzeit hält sie einen Anteil von 1,74 Prozent an Fastweb, wie Swisscom am Donnerstag weiter mitteilte. Der Abschluss des Deals ist für Juni geplant.
Swisscom-Chef Carsten Schloter sieht in der Fastweb-Übernahme die Gelegenheit, um der Enge des schrumpfenden Heimmarktes zu entkommen. Der Breitbandmarkt in Italien sei mit hohen zweistelligen Wachstumsraten sehr attraktiv, hatte Schloter unlängst an der Bilanzmedienkonferenz verkündet. Nur 30 Prozent der Haushalte hätten bereits einen Breitbandanschluss.
2006 erzielte Fastweb einen Umsatz von 1,26 Mrd. Euro und einen Betriebsgewinn (Ebitda) von 424,6 Mio. Euro. Unter dem Strich blieb ein Verlust von 124 Mio. Euro. In diesem Jahr werden jedoch schwarze Zahlen angepeilt. Die Swisscom hat im vergangenen Jahr 9,653 Mrd. Franken umgesetzt und einen Ebitda von 3,8 Mrd. Franken erzielt.
Donnerstag
05.04.2007