Raue Sitten beim Strassenmagazin «Surprise»: Der Verein, der das 14-täglich erscheinende Heft auf Anfang 2007 übernommen hatte, hat sich mit sofortiger Wirkung von Geschäftsführer Michele Alvaro getrennt. Begründet wird dieser Schritt in einer Mitteilung vom Dienstag mit Differenzen über die Neuausrichtung des Projekts. Ein Konsens sei nicht gefunden worden. Die Geschäftsleitung werde interimistisch von Hans Ulrich Kunz übernommen. Kunz ist Präsident des Vereins Strassenmagazin Surprise. Dieser Verein ist gemäss der Mitteilung seit Anfang Jahr Besitzer der GmbH und damit des ganzen Projekts «Surprise».
Laut Kunz gingen der Trennung heftige Auseinandersetzungen zwischen Alvaro und der «Surprise»-Belegschaft voraus, die eine Intervention des Vereins erforderten. Der Trägerverein will aus «Surprise» ein professionell geführtes KMU machen. Die Pionierphase sei vorbei, sagte Kunz, nun brauche es eine Konsolidierung. Alvaro wird unter anderem vorgehalten, dass er das strukturelle Defizit nicht habe beseitigen können und es mit Spendengeldern decken musste. «Surprise» muss laut dem interimistischen Geschäftsführer selbsttragend werden. Erreicht werden soll dies unter anderem mit einer Verbreiterung des Zielpublikums und einer Vergrösserung des Absatzgebietes. Zudem wolle man die Verdienstmöglichkeiten der «Surprise»-Verkaufenden und deren Angebote zur Rückkehr in die Arbeitswelt verbessern.
«Surprise» existiert seit zehn Jahren und wird von Randständigen in mehreren Deutschschweizer Städten auf der Strasse für 5 Franken pro Heft verkauft, von denen sie die Hälfte behalten dürfen. Seit Dezember 2003 erscheint die anfängliche Monatspublikation 14-täglich. Im vergangenen Herbst hatten die Verantwortlichen eine Sammelaktion gestartet, da dem Heft der Schnauf auszugehen drohte. Später hiess es, das Überleben sei gesichert. - Mehr dazu: Bei «Surprise» gehts weiter und «Surprise»-Macher geben nicht so schnell auf
Dienstag
20.03.2007