Es herrscht Zuversicht im Schweizer Werbemarkt, hat die «Handelszeitung» in ihrer Studie «Werbetrends» für das neue Jahr festgestellt, die das Wirtschaftsblatt am Dienstagabend in Zürich vorgestellt hat. «Über zwei Drittel der Auftraggeber erwarten im ersten Halbjahr 2007 ein steigendes Werbevolumen, gegenüber 60% im Vorjahr und lediglich 42% vor vier Jahren», heisst es in der Zusammenfassung. Noch positiver sei die Sicht der Agenturen, von denen über 90% im ersten Semester mit einer Zunahme des Werbevolumens rechnen. Die Zuversicht sei allerdings nicht grenzenlos, warnen die Verfasser: Bereits für das zweite Halbjahr seien die Agenturen in ihrer Beurteilung «vorsichtiger und erwarten eine leichte Verflachung des Wachstums», heisst es weiter.
Erhöhte Werbebudgets hat die «Handelszeitung» vor allem im Finanzsektor ausgemacht. Über die Hälfte der Auftraggeber in diesem Bereich verfügen im laufenden Jahr über mehr Geld für Werbung als im Vorjahr. Interessant ist der Wert von 43 Prozent der Banken und Versicherungen, denen gemäss der Studie ein Jahresbudget von mehr als fünf Millionen Franken für Kommunikation zur Verfügung steht. Der Vergleichswert habe 2003 noch 14% betragen und steige seither kontinuierlich. Starke Budgetzuwächse seien auch in den konsumorientierten Branchen wie Bekleidung und Kosmetik (65%), Haushaltgeräte und Wohnungseinrichtungen (50%) und im Einzelhandel (43,8%) auszumachen. Unterdurchschnittlich seien anderseits die Budgeterhöhungen bei IT und Telekom, Freizeit und Tourismus, Medien und Dienstleistungen, Auto und Verkehr sowie Industrie und Energie.
Bei den Werbemitteln kommt die Studie zur Erkenntnis, dass der Glaube an die klassische Werbung offensichtlich zurückkehre. Das zeige sich auch daran, dass der Anteil der klassischen Medien im Mediamix wieder an Gewicht gewinne. In Crossmedia-Kampagnen haben demnach «die Zeitungen die Nase vorn», hält die Studie fest. Erst für die eigene Kommunikation werde die eigene Webseite als Leadmedium betrachtet, mit allerdings steigender Bedeutung. Zu den Stichworten «Mobile» und «Adscreen» äussert sich die Studie nur kurz: Die grosse Mehrheit der Auftraggeber würde ihnen «noch keine grosse Bedeutung beimessen».
Dienstag
27.03.2007