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Sonntag
11.03.2007

So wie die öffentliche Hand Strassen baut, auf denen dann alle herumkurven können, hat jetzt das Stadtzürcher Elektrizitätswerk Grünes Licht für den Aufbau eines Breitband-Glasfasernetzes zur kommunalen Grundversorgung erhalten, auf dem dann alle Telekommunikationsunternehmen ihre Dienste anbieten können. Am Sonntag haben die Stimmberechtigten mit einem Ja-Stimmen-Anteil von fast 65 Prozent eine Rahmenkredit von 200 Millionen Franken für eine erste Etappe bewilligt, der weitere folgen sollen. Die Stimmbeteiligung lag bei 39,6 Prozent. Das EWZ will nicht selbst Dienste wie Telefon, Fernsehen oder Internet anbieten. Dies sollen weiterhin die privaten Unternehmen tun, die auch unverändert die Endkunden betreuen.

Unterlegen sind mit diesem deutlichen Ergebnis die SVP, die Jungfreisinnigen und die heutigen Betreiber von Telecom-Netzen. Sie befürchten Wettbewerbsverzerrungen und erachten ein EWZ-Breitbandnetz als unnötig. Das Forum Telecom-Netzbetreiber (Swisscom, Cablecom, Sunrise und Colt) warnte nach der Abstimmung vor «erheblichen unternehmerischen Risiken für das EWZ» und vertrat die Meinung, in diesem Geschäftsbereich könne das EWZ «nur mitmischen, wenn es Dumpingpreise offeriert». Im Gegenteil eine Förderung des Wettbewerbs sowie ein Plus für den Standort Zürich sahen die Befürworter - für einmal spannten Hauseigentümer- und Mieterverband sowie Freisinn und Linke zusammen. - Siehe auch: Stadt Zürich will Breitbanddienste anbieten