Der puerto-ricanische Superstar Bad Bunny hat die Halbzeitshow der Super Bowl LX in Santa Clara zu einem politisch-kulturellen Statement genutzt – und damit zugleich eine Kontroverse befeuert.
Sein rund 14-minütiger Auftritt war überwiegend auf Spanisch und endete mit einer Botschaft der Einheit: «The only thing more powerful than hate is love» («Das Einzige was stärker ist als Hass, ist Liebe»).
Die Inszenierung als Feier lateinamerikanischer Identität und Diversität geriet zum symbolischen Angriff auf konservative Stimmen. Donald Trump reagierte mit scharfer Kritik: In sozialen Medien nannte er die Show «absolut schrecklich», «eine der schlechtesten aller Zeiten» und «eine Beleidigung für die Grossartigkeit Amerikas». Er monierte, man verstehe «kein Wort», und attackierte Bühnenbild, Tanz und Stil als unangemessen – besonders für Kinder
Trumps Wortmeldungen sind Teil einer breiteren kulturellen Debatte über Sprache, Identität und amerikanische Popkultur, die die Super Bowl 2026 jenseits des Spielfelds prägte.
Der Auftritt von Bad Bunny und die heftige Reaktion Trumps zeigen, wie sehr das Sport-Spektakel längst zu einer Bühne gesellschaftlicher Konflikte geworden ist, auf der Musik, Politik und kommerzielle Interessen aufeinandertreffen.
Nicht nur musikalisch ist die Super Bowl ein globales Ereignis, auch ökonomisch: Die Preise für 30-Sekunden-Werbespots liegen 2026 auf Rekordniveau. Laut Branchenberichten betrug der durchschnittliche Preis für einen 30-Sekunden-Spot rund 10,2 Millionen Dollar, wobei Premiumplatzierungen vor und nach der Halbzeit bis zu etwa 13,9 Millionen Dollar kosteten.
Diese Summen spiegeln die enorme Reichweite des Events– gleichzeitig sind sie Ausdruck der medienökonomischen Macht des Super Bowl als must-see-Publikumsmagnet.
Laut der Branchenplattform «Adweek» prägten Humor, Nostalgie und prominente Gesichter die besten Spots des Abends. Besonders spektakulär war Liquid I.V. mit singenden Toiletten zu Phil Collins’ «Against All Odds» – eine absurde, aber einprägsame Lektion über Dehydrierung. Coinbase setzte auf 90er-Nostalgie und liess das Publikum zu den Backstreet Boys mitsingen, während Pepsi Zero Sugar mit einem Coca-Cola-Eisbären in einer Identitätskrise augenzwinkernde Markenrivalität inszenierte.
Weitere Highlights der Adweek-Top-10 waren TurboTax mit einem selbstironischen Adrien Brody, Hellmann’s mit Andy Samberg als singendem «Meal Diamond» sowie Levi’s, das nach 20 Jahren mit einer musikalischen Ode an seine ikonischen Jeans zurückkehrte.
Squarespace überzeugte mit einem düster-absurden Spot von Yorgos Lanthimos mit Emma Stone, Instacart mit Ben Stiller unter der Regie von Spike Jonze.
Für Diskussionen sorgte zudem der KI-Anbieter Anthropic, dessen Spot weniger unterhielt, als eine Debatte über Werbung und künstliche Intelligenz auslöste.




