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Montag
23.02.2026

TV / Radio

«Kinder umgehen technische Sperren oft mühelos», sagt der ehemalige RTR-Kindernews-Journalist Mirco Manetsch... (Bild: Screenshot SRF)

«Kinder umgehen technische Sperren oft mühelos», sagt der ehemalige RTR-Kindernews-Journalist Mirco Manetsch... (Bild: Screenshot SRF)

Allerorten wird heiss über ein Social-Media-Verbot für Kinder und angehende Teenies diskutiert. In Australien ist ein Entscheid bereits gefallen, auch in Spanien und Deutschland gibt es politische Vorstösse. 

In der Schweiz gibt es Bestrebungen, Kinder und Jugendliche vor schädlichen Einflüssen von Plattformen wie Instagram oder TikTok zu schützen. Die Frage ist nur, wie?

Mirco Manetsch beurteilt Social-Media-Verbote kritisch. Manetsch produzierte für das rätoromanische Radio und Fernsehen (RTR) die Kindernews-Sendung «Minisguard» und absolvierte den CAS Medienpädagogik an der Ostschweizer Fachhochschule.

Ein komplettes Verbot verhindere den Erwerb von Medienkompetenz, so das Argument: «Wenn Kinder nicht frühzeitig lernen, reflektiert mit diesen Plattformen umzugehen, fehlt ihnen dieses Fundament später komplett», sagte Manetsch.

Wichtig seien die Eltern, um ihren Kleinen beim Umgang mit Medien auf die Sprünge zu helfen. Doch viele sind unsicher. Verliert das Kind den Bezug zur Realität? Entwickelt es eine Konzentrationsschwäche? Wird es gar süchtig von Social Media?

Und auch das Gespenst des sogenannten «Cybergrooming» geistert herum. Wenn also Kinder und Jugendliche in eine Falle gelockt werden, nicht zuletzt von Pädophilen. Manchmal sogar dort, wo man es gar nicht erwarte, zum Beispiel über die Chatfunktion in Spielen.

Für Mirco Manetsch ist klar: Wenn Eltern mit ihren Kindern einen regelmässigen Austausch über die Mediennutzung pflegen und ihnen dabei mit Interesse und Verständnis begegnen, stünden die Chancen gut, dass das Kind ein gesundes Misstrauen entwickelt. Und sich bei Schwierigkeiten Hilfe holt. 

Verbote hingegen böten nur eine «Scheinsicherheit». «Kinder umgehen technische Sperren oft mühelos, wodurch Eltern jegliche Kontrolle und den Dialog verlieren», sagt der Medienmensch.