Mit einem feindlichen Übernahmeangebot in Helsinki hat Norwegens grösster Medienkonzern Schibsted beim Kampf um die Vorherrschaft auf Nordeuropas TV- und Zeitungsmarkt am Dienstag eine neue Runde eingeläutet. Der schwedische Konkurrent Bonnier reagierte zumindest nach aussen gelassen auf Schibsteds Versuch, die Kontrolle bei Alma Media, dem zweitgrössten Medienunternehmen in Finnland, mit einem Angebot über 705 Mio. Euro an sich zu reissen. «Wir studieren erst einmal in Ruhe Schibsteds Angebot», sagte ein Bonnier-Sprecher.
Alles andere als ruhig ist in den letzten Wochen eine regelrechte Schlacht zwischen Schibsted und Bonnier um die Herrschaft über Schwedens grössten kommerziellen TV-Sender TV 4 verlaufen. Hier hatte Schibsted mit Aktienkäufen innerhalb weniger Wochen den eigenen Anteil von zunächst 5 auf 20,1% gesteigert. Bonnier schlug zurück und erhöhte den direkten Anteil bei TV 4 von 21 auf 27,7%. Die Entscheidungsschlacht fechten beide Kontrahenten nun in Finnland aus, denn der Übernahmekandidat Alma Media hält ebenfalls 23,3% des begehrten schwedischen Privatsenders. Bonnier aber verfügt selbst über 33,3% der Anteile bei Alma Media und könnte durch eine schnelle Ausgliederung der TV-Aktivitäten aus dem Alma-Konzern versuchen, die Kontrolle über TV 4 zu sichern. Möglich ist aber auch ein Preispoker bis zum bitteren Ende.
Dienstag
04.01.2005