Der deutsche Technologiekonzern Siemens will seinen Anteil im hart umkämpften Handymarkt in China verdoppeln. Im Finanzjahr 2004/05 wolle sich Siemens 6 bis 7% aus dem Riesenkuchen (mehr als 330 Millionen Konsumentinnen und Konsumenten) schneiden, sagte der Chef der Siemens-Mobiltelefonsparte in China, Peter Borger, am Dienstag laut der deutsche Ausgabe der «Financial Times». Eine Stellungnahme zu Spekulationen, wonach Siemens einen Verkauf seiner defizitären Handy-Sparte an Ningbo Bird erwäge, lehnte Borger ab.
Seit Jahren wartet die globale Telecomindustrie auf die potenzielle Auftragsflut aus dem Reich der Mitte. Solange das Informationsministerium nicht entscheide, gebe es aber keinen Grund, euphorisch zu sein, warnen Branchenexperten. China wolle zunächst die Erfahrungen anderer abwarten und habe nicht genug Geld, um vorzupreschen, hiess es bisher als Grund für das Zögern. Entscheidend ist jedoch vor allem eines: Lizenzen wird es erst geben, wenn China seinen eigenen 3G-Standard bis zur Marktreife entwickelt hat.
Bis Ende März sollen die ersten Produkte für den China-Standard TD-SCDMA marktreif sein, sagte Christoph Caselitz, Chef der Netzwerksparte von Siemens Communications. Mittlerweile scharren auch andere globale Grössen wie Motorola und Nortel in den Startlöchern. In einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen Telecomausrüster Huawei arbeitet Siemens an der China-eigenen Technik TD-SCDMA. - Mehr dazu: Auch China will schnellere Mobilfunk-Technik
Dienstag
18.01.2005