Vor Jahresfrist war es der Weltfussballverband Fifa, der vor der Fussball-Weltmeisterschaft einen Bilderstreit vom Zaun gerissen hatte, und jetzt sind es die Organisatoren des Rugby-Weltcups in Frankreich und die australische Fussballliga, die sich beim Weltverlegerverband WAN unbeliebt machen. Am Donnerstag haben die WAN und eine Gruppe von Bildagenturen (AFP, AP, Reuters und Getty) gegen Absichten dieser beiden Organisationen protestiert, die Berichterstattungen massiv einzuschränken.
So hat der International Rugby Board (IRB) im Sinn, am Rugby-Weltcup die Zahl der Fotos im Internet auf fünf pro Halbzeit und zwei für jede Überzeit zu limitieren. Zudem sollen enge Regeln gelten, wie die Fotos zu präsentieren seien. Die australische Fussballliga will gar eine eigene Agentur gründen, die die Matchbilder exklusiv verkaufen würde. Im Gegenzug will sie keine Akkreditierungen für weltweit tätige Bildagenturen erteilten.
In seiner Stellungnahme protestiert die World Association of Newspapers WAN heftig gegen diese Ideen und verweist ausdrücklich auf den Weltfussballverband Fifa, der vor den Weltmeisterschaften im Jahr 2006 Ähnliches im Sinn hatte. Schliesslich musste die Organisation aber klein beigeben. «Ihre Position zeigt, ehrlich gesagt, nicht das geringste Verständnis für die Bedeutung der Medienfreiheit und die Art der heutigen Nachrichtenunternehmen», heisst es im Schreiben von WAN-Kommunikationschef Larry Kilman an IRB-CEO Mike Miller. - Mehr dazu: Fifa gibt klein bei im WM-Bilderstreit
Donnerstag
15.03.2007