Wenige Wochen vor der Volksabstimmung über die SRG-Initiative «200 Franken sind genug!» am 8. März mischt sich das deutschsprachige russische Staatsmedium «RTDE» in den Abstimmungskampf ein.
Am 1. Februar veröffentlichte die Plattform einen Artikel, der das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) frontal attackiert und für die Initiative wirbt – flankiert von einem manipulierten Screenshot, der eine Werbebotschaft auf einer SRFWebseite suggeriert.
Tatsächlich schaltet SRF auf seinen Onlineplattformen keine politische Werbung. SRF bezeichnet die Darstellung als Fälschung.
Ziel ist weniger die Überzeugung der Schweizer Bevölkerung als die gezielte Verbreitung von Ressentiments gegenüber Qualitätsmedien. «RT DE» inszeniert SRF als «Meinungslenkung statt Information» und greift auch linke Politikerinnen und Politiker wie Nationalrätin Priska Seiler Graf an, deren Aussagen manipuliert oder kontextlos gezeigt werden.
Im Januar 2026 verzeichnete die Seite über 100'000 Zugriffe aus der Schweiz, zusätzlich verbreiten einschlägige Kanäle auf Telegram und sozialen Netzwerken die Inhalte weiter.
Dass sich Desinformation auf Schweizer Plattformen verbreitet, zeigt auch die «Weltwoche»: Sie übernahm teilweise Beiträge von «RT» über das Massaker von Butscha, inklusive falscher Narrative – ein Beispiel, wie russische Propaganda in etablierte Medien hineinwirken kann.
Das Initiativkomitee betont, keinerlei Kontakte zu «RT» zu haben und distanziert sich von der Unterstützung aus Moskau. Es verfolgt rein innenpolitische Ziele: Entlastung von Haushalten und Unternehmen und eine Reduktion der SRG-Gebühr. Dennoch ist es ein offenes Geheimnis, dass gewisse Teile der SVP (als Verantwortliche für die Initiative) ein offenes Ohr für russische Propaganda haben.
Beobachter warnen: Es geht nicht um Mehrheiten, sondern um die Verstärkung bestehender Meinungsblasen.
Selbst eine lokale medienpolitische Initiative wird so Teil eines geopolitischen Informationskriegs, der Vertrauen in Institutionen untergräbt und die gesellschaftliche Spaltung vertieft.
Oder mit anderen Worten: Durch die SRG-Begrenzungsinitiative droht die Schweizer Medienlandschaft auch in Teilen zum Spielball des Kremls zu werden.




