Es rumort gewaltig in der französischen Presselandschaft: Der französische Medien- und Rüstungskonzern Lagardère steht vor einem Einstieg bei der angesehenen Pariser Tageszeitung «Le Monde». Die Lagardère-Gruppe verhandelt offenbar über eine 15-prozentige Kapitalbeteiligung an dem Zeitungshaus. Dies erfuhr die französischen Nachrichtenagentur AFP aus Verhandlungskreisen. Eine Einigung dürfte demnach «in einigen Wochen» stehen. «Le Monde» braucht 50 Mio. Euro und will dazu seine Holdinggesellschaft für Investoren öffnen. Verlagschef Jean-Marie Colombani hatte zuletzt 15% als seine Wunsch-Obergrenze für eine mögliche Beteiligung genannt.
Die Lagardère-Gruppe um Firmenchef Arnaud Lagardère ist unter anderem Grossaktionärin des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS, hat unter dem Namen Hachette Filipacchi Médias aber auch Frankreichs grösste Pressegruppe aufgebaut. Der französische Rüstungskonzern Dassault ist ebenfalls gross im Zeitungsgeschäft vertreten; zuletzt übernahm er die Mehrheit am Verlag des konservativen «Figaro». Finanzielle Sorgen plagen auch andere französische Pressetitel: Bei der linken «Libération» als drittem über die Landesgrenzen hinaus bekannten Blatt soll bald der Galopprenn-Geschäftsmann Guy de Rothschild mit bis zu 20 Millionen Euro einsteigen. - Mehr dazu: Der «Le-Monde»-Chefredaktor ist jetzt Redaktionsdirektor, «Le Monde»: Rücktritt des Chefredaktors Plenel und «Le Monde» sucht 50 Mio. Euro
Donnerstag
06.01.2005