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Dienstag
17.02.2026

TV / Radio

Die Frau auf der Kommandobrücke: Dinara Toktsunowa, CEO von «RT DE Productions»...   (Screenshot RT)

Die Frau auf der Kommandobrücke: Dinara Toktsunowa, CEO von «RT DE Productions»... (Screenshot RT)

Der deutschsprachige Kanal des russischen Staatsmediums «RT» hat seine Position zur SRG-Initiative überraschend geändert.

Nachdem der Sender zuvor dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) Manipulation vorgeworfen hatte, ruft er nun zur Ablehnung der Initiative auf, wie Swissinfo, das zur SRG gehört, berichtete.

Ausgangspunkt war ein Beitrag von «RT DE», in dem SRF beschuldigt wurde, mit gezielter Einflussnahme Stimmung für die sogenannte Halbierungsinitiative («200 Franken sind genug!» zu machen.

«RT» verwendete dazu einen Screenshot der SRF-Website, der angeblich Werbung für die Initiative zeigen sollte. SRF wies die Vorwürfe umgehend zurück und sprach von einer Fälschung. Gemäss Konzession schalte die SRG auf ihren Online-Plattformen keine Werbung.

Der Vorgang fügt sich in ein bekanntes Muster russischer Einflussnahme. Die russlandkritische Berichterstattung von SRF sei dem Kreml ein Dorn im Auge, finden Beobachter einhellig. Eine Schwächung der SRG würde den medialen Raum für prorussische Narrative vergrössern.

Der Bundesrat hatte bereits darauf hingewiesen, dass die Schweiz seit der Verhängung von Sanktionen gegen Russland vermehrt Ziel von Desinformationskampagnen sei, wie auch der Klein Report ausführlich berichtet hat. Vor Abstimmungen komme es zu gezielten Einflussversuchen aus dem Ausland.

Jetzt ist der schnelle Kurswechsel von «RT» auffällig. Kurz nach der Berichterstattung Schweizer Medien veröffentlichte der russische Sender einen weiteren Artikel – diesmal mit der Empfehlung, die SRG-Initiative abzulehnen.

Eine Expertin für russische Desinformation an einer Schweizer Universität wertet dies gegenüber Swissinfo als taktische Reaktion: «RT» sei möglicherweise vom Medienecho überrascht worden. Die Überlegung dahinter: Wenn «RT» etwas fordere, könnten Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger bewusst das Gegenteil tun. Indem der Sender nun die Gegnerschaft der Initiative unterstütze, versuche er indirekt, das ursprüngliche Ziel – eine Schwächung der SRG – dennoch zu erreichen.

Solche widersprüchlichen Narrative seien typisch, erklären Fachleute. Es werde parallel in verschiedene Richtungen argumentiert, um zu beobachten, welche Version den grössten Effekt erziele. Ziel sei weniger Überzeugung als Verunsicherung.

Die Europäische Union hat «RT» nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wegen systematischer Desinformation verboten.

n der Schweiz ist RT DE weiterhin abrufbar. Ein Verbot wäre rechtlich und politisch umstritten – auch weil es dem Sender zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffen könnte.