Der Sendestart von Cash-TV im Oktober 1993 war zugleich die eigentliche Geburtsstunde von Ringier TV. Damals hing Cash-TV Moderator und heutiger CEO der Publicis, Kaspar Loeb, in einem Kran. Kommentar des Tischnachbars, der an dieser Stelle nicht genannt werden möchte. «Mann, der hat sich überhaupt nicht verändert, auch seine Stimme ist dieselbe.» Und kurze Zeit später schluckte Moderator Walter Eggenberger vor laufender Kamera eine (erste?) Viagra-Pille.
Derzeit entstehen bei Ringier TV über zehn Sendungen aus verschiedenen Bereichen wie Wirtschaft («Cash TV», «CashTalk»), über Stars & Sternchen («People»), das Magazin für alle, die Pferdestärken mögen («Motor Show tcs»), für Gesundheitsbewusste mahnt allwöchentlich die «Gesundheit Sprechstunde» zu strafferen Lebensformen und «konsum.tv» und die Sendung «al dente» bieten Tipps für heimische Herd- und Frohnaturen. Eingeladen zur grossen Geburtstagsfeier in die Maag Event Hall am Dienstagabend haben Martin Werfeli, Vorsitzender der Ringier-Konzernleitung, und Hans Jürg Deutsch, Leiter Ringier TV.
Eigentlich hatte ja alles zehn Jahre früher begonnen mit Wetterfrosch Jörg Kachelmann und Werber Frank Baumann, wie im Verlauf der Gala bekannt wurde, doch das war «kein sexy Fernsehen», liess Moderator Hannes Hug die über 600 geladenene Gäste wissen. «Und erst mit Cash TV gings ab wie die Mohre - und jetzt, jetzt ist es fast, fast ein ganzer Fernsehsender», meinte der Berner Conferencier, der durch den lukullischen Abend führte. «Eine Stimmung wie bei einer UBS-Party», so eine schwarzgekleidete Werbefrau, die andere: «Das ist das Establishment.» Und nochmals jemand: «Wir kommen her wegen der warmen Mahlzeiten.»
Es swingt beim Eingang, wo Champagner und Häppchen gereicht werden, graumelierte Herren, Blondinen, Astrologinnen, Werber, Zugewanderte und Fernseh-Cracks sich zuprosten. Wo dann und wann ein Bonmot fällt, Zähne gezeigt werden und Blazer mit Pied-de-coque oder waren es Pied-de-poule unvermittelt Halt an fremden Rückenpartien - gleich welchen Geschlechts - suchen. Auch die Kamera, die alles einfängt, ist nicht weit. It`s Showbiz. Im Getümmel gesehen: Ellen und Michael Ringier, das Verlegerpaar, Armin Walpen, SRG-Generaldirektor, Peter Schellenberg, ex-Fernsehdirektor, Otto Ineichen von Ottos Warenposten und Jung-FDP-Nationalrat, Monica Kissling, Astrologin der Nation, Hildegard Schwaninger, die auch nicht mehr jünger wird, und Andy Stutz (warum hat er bloss einer Frau dauernd am Ohr rumgenuggelt?) von Fabric Frontline und viele, viele mehr. Und viel zu spät stiessen auch noch Fillipo Leutenegger, auch Jung FDP-Nationalrat, und der Luzerner Tross mit Familie Dubach zur Fete. Das kennt man schon aus Mafioso-Filmen.
Man muss schon sagen: Die Arrangements der Tafeln inklusive dem wunderbaren Kerzenschein und dem Essen (die Weinschaumsuppe - Riesenkoplimente an die Küche; die gebratene Kalbsnuss und die Panna cotta mit Himbeersauce) waren vom Feinsten. Gute Lichtregie, leider schlechte Akkustik - liegt womöglich am Raum - und auch das herzliche Personal sollen an dieser Stelle gelobt werden. Eingangs meinte Fritz Spring, seit sechs Jahren Chefredaktor von «Cash TV» und seit sieben Jahren bei «Cash TV»: «Wir hatten Angst, dass Music Star uns alles wegnimmt, dass die emotionalen Momente nur noch auf SF1 stattfinden, aber wir haben immer noch im Schnitt 139 000 Zuschauer.» (Im Durschnitt mit einer Wiederholung bringts «Cash TV» auf 150 000 Zuschauer).
Der Erotik-Faktor des Abends war unbestritten Viktor Giaccobo.
Dienstag
03.02.2004




